Freitag, 15. Juni 2012

44 04 N / 18 26 W

Fuenfsternetag.
Seit heute nacht um 0200 herrscht super Segelwetter. Martin und ich mussten noch fuerchten, die Schmerzgrenze von 2 kn Geschwindigkeit zu unterschreiten, waehrend meiner Wache stabilisierte sich der Wind und um 0300 zum Wachwechsel hatten wir schon wieder 12 - 15 kn Wind und liefen gute 5 kn.
Sehr schoenes Segeln in der Nacht mit wenig Welle, nur Schwell und das Boot glitt wunderbar weich durchs Wasser, die Mondsichel erschien am Horizont und einige Woelkchen schwebten zwischn den Sternen herum. Dieses schoene Bild nahm ich mit in meine Traeume ...
Heute morgen war es kalt, aber sonnig. Arne: wie in der Ostsee! Mir fiel auf, dass das leuchtende Ultramarinblau des Atlantiks jetzt einem dunklen Petrol gewichen ist. Der Golfstrom?
Das Wetter befluegelte: Ich sass an Deck in der Sonne, Arne wurde vom Putzvirus befallen und nahm sich seine Kammer vor, Martin widmete sich seiner Arbeit. Angeregt durch Arne machte ich auch klar Koje, lueftete meinen Schlafsack und das Kissen und fegte den Boden.
Wir haben immer gute Unterhaltung, heute morgen diskutierten wir, angeregt durch Martins Lektuere (Jospeph Conrad) und fanden Parallelen zwischen Suedsee-Insulanern und Daenen.
Auch wird es langsam eng mit Martins Barem, seine Wettschulden bei Arne wird er wohl in Naturalien bezahlen muessen, wenn Arne weiterhin so gut tippt. Wir sahen ihn schon unsere Faserpelze einfordern. Im Englischen Kanal wird diese Yacht dann dadurch auffallen, dass es einen dick eingemummelten Skipper und zwei halbnackte Crewmitglieder gibt ...
Nach Kaffeestunde mit Keksen und Schokolade brachte DJ Martin uns mit Housemusik aus Camden/London auf Trab. Tanzen bei Seegang macht Spass und schult das Gleichgewicht. Ausserdem brauche ich dringend Bewegung.
Die Herren schlugen jetzt unter Deck eine Pole-Dancing-Verantaltung vor - an der Maststuetze ...

Momentan koechelt eine Thunfisch/Mangold/Kokosmilch Kombination im Backofen und es gruessen hungrig mit wiederum dreifachem
AHOI
Arne, Martin und Andrea

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Donnerstag, 14. Juni 2012

42 34 N / 20 15 W

Super Tuna Nr 7.
Nach einer rumpeligen Nacht mit bis zu 35 kn Wind ist es jetzt bedeutend ruhiger, die Wellen sind allerdings bisweilen noch maechtig. Unser Wind bewegt sich zwischen 12 und 17 kn, wenn er so bleibt, sind wir gluecklich. Die Vorhersagen sprechen uns allerdings weniger Wind zu.
Wir haben ja endlich die Fussi-Ergebnisse dank diverser E-mails. Aber wir mussten richtig betteln. Martin freute sich ganz besonders, was die Hollaender angeht, sogar mitten in der Nacht als Arne und ich um 0300 Wachwechsel hatten, schallte ein "ohne Holland..." aus der vorderen Koje. :-))
Die Funkrunde wird jetzt wieder von Henk moderiert, Arne konnte heute nicht an sich halten und sprach ihn auf das Fussball-Ergebnis an. Henk schien desinteressiert zu sein, wies Arne aber darauf hin, dass sie drei niederlaendische Boote in der Runde seien! Gut dass er nicht sah, wie Martin sich freute ...
Nach einem sonnigen Vormittag wurde es leider immer grauer, am Nachmittag gab es dann leichten Regen. An der grossen Angel hing ein stattlicher Thunfisch, die Sorte mit den langen sichelfoermigen Brustflossen. Ein sehr schoenes grosses Tier. Wir haben jetzt fuer mindestens 3 Tage Fisch. Heute abend gabs gleich Tunaceviche mit Kokosmilch, Paprika und Reis.

Was ist noch passiert?
Ein Becher Apfelsaft nahm die gleiche Route wie mein Muesli gestern, die Ecke am Kuechentresen ist nun richtig sauber - nur die Steckdosen sollten erst mal nicht benutzt werden ...
Arne wird nun in fast jeder erdenklichen Skipper-Lage fotografiert. So ist das, wenn man einen Fotografen/Reisejournalisten an Bord hat.
Es ist merklich kaelter geworden. Das Wasser hat nur noch 18 Grad und unser schoener naechtlicher Leuchtstreifen im Kielwasser ist schwaecher geworden.

Wir hoffen, dass die Nacht ruhig wird und es weniger Regen und mehr Wind gibt als vorhergesagt. Sonst ist alles gut hier und wir rufen ein dreifaches

AHOI

Arne, Martin und Andrea

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Mittwoch, 13. Juni 2012

41 13 N / 22 49 W

Wir backen Brot - und Buecher.
Die letzte Nacht war besser, schoener Wind, alle Segel oben und gute 5 - 6 kn Fahrt. Morgens um 0530 wurde ich von Arne geweckt, es musste gerefft werden. Im allerersten Buechsenlicht (mittleres Blaugrau) und ordentlichen Wellen turnte Arne zum Mast und ich steuerte das Boot etwas hoeher an den Wind, damit das Grosssegel wenig Druck hat, aber noch nicht schlaegt. Danach waren wir bedeutend gemuetlicher unterwegs, dabei immer noch schnell. Wir haben 27 - 33 kn Wind, die Wellen wurden im Tagesverlauf immer maechtiger, der Wind drehte leicht in noerdlichere Richtung, kommt immer noch aus westlichen Richtungen.
Wer nicht aufpasst, fliegt gegen die Wand, oder aus dem Bad (wie ich beim Zaehneputzen), mein Muesli schoss heute morgen durch die Gegend, dennoch konnten wir ein leckeres Mittagsmahl zubereiten, Spaghetti von gestern mit Ruehrei und Paprika, mit Kaese ueberbacken. Klappt sehr gut mit dem Gasofen.
Am Nachmittag dann der Hoehepunkt: Martin hatte gerade sein Sauerteigbrot fertig gebacken, das Gas ausgeschaltet und kniete vor dem offenen Backofen. Da fliegt doch mein Buch, das ich an vermeintlich sicherer Stelle im Cockpit abgelegt hatte, durch den Niedergang an seinem linken Ohr vorbei und direkt in die offene Backroehre! Heisse Sache - passte genau - selten so gelacht.
Das graue Wolkenmus machte heute nachmittag der Sonne Platz. Der Luftdruck steigt auch wieder. Wenn alles nach Plan geht, muessten wir morgen etwas angenehmere Windstaerken haben.
Die Herren sind etwas gegraetzt, das SPIEL koennen sie nicht verfolgen, nicht mal ein Radiosender wie Deutsche Welle erbarmt sich ihrer, dabei geht es um Leben und Tod!(sagt Martin.
Nun druecken wir Daumen fuer Schland und hoeren BBC.

Wackelige Gruesse und
AHOI
Arne und Martin und Andrea

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39 19 N / 24 22 W

Nacht und Nebel und Tuna Nr. 6.
Die Nacht war windlos und neblig. Wir konnten kaum das Licht im Masttop erkennen, alles flauschig wattig, nass um uns. Martin machte seine erste Wache gut, bei mir war der Wind vollends alle, der Nebel so dick wie nie zuvor und Arne kam aus seiner Kammer, stellte den Motor an und schaltete das Radar ein. Dann liessen mich die Herren mit der ganzen Technik alleine.
Es passierte wenig, ausser dass wir eine breite Leuchtspur hinter uns herzogen, durch die Schraube und das wohl etwas waermere Wasser bedingt. Es war richtig hell und wirkte wie ein Kondensstreifen. Beachtlich!
Zum Ende meiner Wache war es diffus hell und der Mond war zu sehen, immer nur kurz, aber immerhin. Arne, der mich um 0300 abloeste, konnte das Radar aber erst ausschalten, als die Sonne aufging.
Da meine Kammer direkt neben der Maschine liegt, war es dort schoen warm und laut. Deshalb war mein Schlaf nur maessig erholsam, naechstes Mal muss ich doch in den Salon auswandern. Dafuer erwischte Martin seine Privatmuecke, sie hatte sich im Bad im Zahnbuerstenbecher eingerichtet. Tja, da kam sie dann nicht lebend raus ...
Unser erfolgreichstes Crewmitglied ist aber Skipper Arne, der heute morgen um 0600 den 6. Thunfisch aus dem Atlantik zog. Und kurz danach noch Besuch von 6 grossen Delphinen bekam! Dafuer musste er ich von seinem Angelkoeder verabschieden.
Bei der Fussballwette war Arne auch der Gewinner, er hatte 1:1 getippt beim Spiel Polen-Russland.
Heute abend gab es dann ein ueppiges Mahl mit Spaghetti, Tunaceviche und Mangold. Arne hat ja das Monopol auf die Ceviche, kochte die Spaghetti und ich bereitete den Mangold zu, im Stil von Alberto (chefkoch.de) Sehr lecker!
Der Tag war ueberwiegend sonnig und der W-Wind, der tagsueber recht launisch war, weht jetzt mit 15 kn, wir hoffen, dass er uns in der Nacht treu bleibt.

Viele Gruesse an alle und
AHOI
Arne, Martin und Andrea

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Montag, 11. Juni 2012

37 40 N / 25 13 W

Immer an der Insel lang.
Um 1235 startete Arne den Motor und es ging raus aus dem Liegeplatz in der Marina. Noch hinter der grossen Mole setzten wir das Grosssegel und motorten dann langsam raus aufs offene Wasser. Mit einer leichten Brise aus W konnten wir schoen an der Insel entlangsegeln. Sowie die Maschine gestoppt war, kam Arne mit Rum und einem Glaeschen an Deck und begann die Goetterzeremonie. Rasmus und Iemanja bekamen ein Glaeschen Rum und auch wir durften uns einen genehmigen. Jetzt sind sie uns hoffentlich wohlgesonnen.
Unser Mitsegler Martin ist bestens informiert, was die EM angeht, durch seine SMS wurden wir auf dem Laufenden gehalten. Wir haben angefangen zu wetten. Ich tippte auf 1:1 beim Spiel Frankreich - England - und gewann. Beim Spiel Ukraine - Schweden tippte ich 1:0 fuer die Ukraine, das Ergebnis war 2:1. Schade.
An der SE-Ecke der Insel war das Wind-Glueck vorbei und wir mussten wieder den Lehmann anwerfen. Wir bogen nun an der schmalen Ostseite der Insel nach Nordosten ab, grandiose Aussicht auf die Steilkueste und den huebschen Leuchtturm auf dem Felsen.
Wir haben frisches Gemuese und Obst an Bord, heute gab es frischen Salat zum Abendessen, die ungesunden Toasts in den Bars gehoeren der Vergangenheit an. Auch der Alkohol.
Kurz bevor Martins Wache begann, hatten wir die Insel fast passiert und der Wind kam. Jetzt segeln wir schoen hoch am Wind, der zwischen 12 und 14 kn hat. Er scheint sehr bestaendig zu sein und ich hoffe, dass er auch in meiner Wache noch gut weht.
Arne holte schon mal sein Lee-Brett aus der Vorkoje, wir schieben schon wieder Lage, ist man gar nicht mehr gewoehnt ...

Viele Gruesse und
AHOI
Arne und Martin und Andrea

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es geht los

Cafe und dann Segeln.
In ungefähr einer halben Stunde wird es soweit sein. Wir haben leichten Wind aus SW und haben jetzt das Boot mit Obst, Gemüse, Käse, Keksen usw ausgerüstet. Technisch müsste auch alles ok sein, der Skipper hat alles kontrolliert. Wasser getankt.
Als Arne bezahlte, wurde er doch glatt gefragt ,wie oft wir warm geduscht haben! Das muss extra bezahlt werden. Arne musste sich dann was ausdenken, da er nicht wusste wie oft ich zB unter der Dusche war .. und ausserdem kann man sich ganz schön blamieren ... nur einmal geduscht in 2 Wochen?!

Jetzt heisst es AHOI
Arne und Andrea

Morgen ...

... soll es losgehen. Die Wetterlage sieht etwas freundlicher aus fuer uns. Das Tief wird wohl nicht in den Englischen Kanal ziehen sondern eher in Richtung Cap Finisterre. Wir wollen deshalb morgen los, ins Azorenhoch wollen wir ja nicht kommen. Dem Tief hinterherhuschen, auf den Fersen bleiben.
Heute mussten wir uns ausruhen nach all dem Fussball. Wir guckten Portugel : Deutschland im Cafe an der alten Marina. Eine Leinwand war aufgebat und natuerlich waren wir umringt von Portugiesen.
Danach gabs noch einen Caipirinha in unserer Hafenbar, das junge Volk war unterwegs, es geht dort bis spaet in die Nacht (mindestens 0300, wie ich feststellen konnte).
Heute morgen mussten wir ausruhen, dann gabs Arnes Sonntags-Ruehrei mit Kaffee und Martins Sauerteigbrot. Sehr lecker.
Zur Feier des Tages rief Klaus an, ich hoffe ich bin nach unseren Mobilfunkgespraechen nicht vollends pleite ...
Mittags wanderte ich los, ich wollte in den botanischen Garten Jardim Jose do Cantos. Er liegt etwas am Nordrand der Stadt - da ich den Stadtplan vergessen hatte, musste ich auf gut Glueck losgehen. Es war eine interessante Entdeckungstour durch Ponta Delgada.. Die Strassen sind fast ununterbrochen gesaeumt mit kleinen Reihenhaeusern, alle mit kleinen Balkonen, maximal 2-stoeckig. Die Urform ist weiss mit dunklen Rahmen (wie in den gestern beschriebenen Doerfern). Manche sind schoen renoviert, oft bunt, aber die Menge der Ruinen ist wirklich beachtlich.
Der botanische Garten ist nicht gross, er soll aber ueber 3000 Pflanzenvarietaten beherbergen. Sie haben riesige Gummibaeume mit diesen Brettwurzeln und diverse Bambussorten, auch riesengross.
Das Wetter ist uebrigens interessant hier. Das typische Sommerwetter hier ist ein helles Grau! Das sagten die Segelmacher heute, man laeuft also selten Gefahr, einen Sonnenbrand zu bekommen.
Auf dem Rueckweg zum Hafen geriet ich in eine Prozession. Die Fussgaengerzone war mit einer Art Blumenteppich geschmueckt (es waren gefaerbte Holzspaene) und die Prozession kam von der Kirche aus heran. Die Kommunionskinder und ihre Eltern, die Pfadfinder, eine Gruppe ganz niedlicher "Engel" mit flauschigen Fluegeln trugen Gaben (Brot, Fruechte), dann kam eine Kapelle, dann die Priester mit der Monstranz. Ich fotografierte und sah zu spaet, dass die Leute alle in die Knie gegangen waren und sich bekreuzigten, als die Monstranz vorbeigetragen wurde ...
Das war der Tag. Die Herren hatten sich im Cafe dem Fussball ergeben und beide Spiele nacheinander geguckt, dazu etwas Toast und Galao.
Heute abend gabs noch ein kleines Highlight: Martin spielte uns "Der Foenig" von Walter Moers vor ,gesprochen von Dirk Bach.
Empfehlenswert! Selten so gelacht.

Fotos gibts leider keiue, meine Nerven halten das nicht durch. Unsere Internetverbindung ist sehr wackelig, unsere Verbindung wird oft unterbrochen und das Bilderladen dauert so Stunden ...

Bald heisst es wieder
AHOI
Arne und Andrea

Samstag, 9. Juni 2012

Exkursion 2

Heisse Ecke und Ponta Garcia Day
Unsere zweite Exkursion fuehrte uns Richtung Osten. Der Morgen war enttaeuschend, es hatte geregnet, der Nebel hing so tief, dass wir die Skyline von Ponta Delgada nicht mehr sehen konnten. Das Hoch ist hier und, wie Martin sich passend ausdrueckte, es reicht herunter bis in seine Koje ...
Wir ueberlegten hin und her, Martin nutzte die Zeit, um den Sauerteig anzusetzen. Der muss ja warm stehen und unter der Sprayhood im Cockpit war der richtige Platz, falls die Sonne rauskaeme.
Dann gings doch los, Michael hatte auf seiner Wetterseite 7 Stunden Sonne ausgemacht.
Furnas war unser Ziel. Erst wollten wir an der Kueste entlang fahren, dann aber gings doch direkt nach Furnas, auf dem Rueckweg wollten wir dann die Aussicht auf die vorgelagerten Felsen geniessen. Je weiter wir in Richtung Osten und in die Berge vorankamen, desto sonniger wurde es!
Ueber gewundene Bergstrassen erreichten wir den huebschen See von Furnas mit seiner heissen Ecke - Fumarolen (Rauchschlote) und heisse Quellen, in denen graubraune Bruehe brodelt, starker Schwefelgeruch, alles nur teilweise eingezaeunt. Man musste genau gucken wo man hintrat, der Boden war  bisweilen richtig heiss. Der grosse Krater von Furnas ist geteilt, eine Haelfte nimmt der See ein, die andere wird von /Landwirtschaft und dem Ort Furnas eingenommen. Sehr fruchtbar, die Gegend.
Wir wunderten uns ueber mit Sand zugeschuettete Mini-Krater auf dem Gelaende - spaeter wurde alles klar: Da drin wird das Essen der Restaurants gekocht! Es kommen dann kleine Lieferwagen und kraeftige Herren, mit Harken bewaffnet, oeffnen die kleinen Huegel, legen einen grossen Holzdeckel frei und dann wird zu zweit mit langen Haken hineingegriffen und ein grosser Topf herausgehoben.
In den Restaurants in Furnas wird dann das traditionelle Gericht "Cozido das Furnas"  angeboten. Es besteht aus Yams und Fleischeinlage. Die Yamswurzel wird ueberall im Krater angebaut. In Furnas kamen wir dank der Einbahnstrassenregelung etwas abseits vom Zentrum vor einer Badeanstalt zum Halten. Wir konnten der einladenden schattigen Terrasse  einer Bar nicht widerstehen und wurden vom gut amerikanisch-englisch sprechenden Wirt mit Galao, Knoblauchbrot mit Kaese, suessem Brot und Bier bewirtet .Vom Cozido riet er uns ab, er meinte, man muesse schon sichergehen, heute frisch gekochtes Essen zu bekommen. Je nach Touristenmenge wird wohl auch aufgewaermt ...
Egal, uns war inzwischen mehr nach Baden als nach Essen und so verholten wir uns in das sehr einladend und gepflegt wirkende Bad "Boca da Dona Beija", Eintritt 2 Euro, mit Umkleidekabinen und allem Drum und Dran. Ein gefasster Bachlauf fuehrt durch das Bad, mehrere Becken liegen hintereinander am Bach, von heissen Quellen gespeist. Der Bach selbst fuehrt kaltes Wasser und wir fanden schnell heraus, dass die "ungemischten" Becken viel zu heiss sind - man haelt es nicht lange aus. Das erste Becken oben am Bachlauf hat gemischtesWasser aus Bach und Quelle und damit eine angenehme Temperatur. Die anwesende Bademeisterin klaerte uns auf. Die heissen Becken werden gerne von Leuten mit Muskelproblemen und Verspannungen besucht, fuer Kreislauf- und Herzprobleme sind diese Becken eher ungeeignet. Wie wahr.
Wir verbrachten einen unterhaltsamen, sonnigen Nachmittag dort. Es ist ein kleines Paradies und das Ticket haette noch den ganzen Abend Gueltigkeit - die Bademeisterin empfiehlt einen Besuch am Abend. Dann dampfen die Quellen und alles ist beleuchtet und sieht sehr maerchenhaft aus. Fehlt nur noch das passende Getraenk am Bassin ...
Aber wir hatten ja noch was vor. Also los, Richtung Kueste. Wir wollten einen schoenen Galao mit Blick auf die vorgelagerten Felsen geniessen. Wie wir aber aus dem Kraterbereich herausfahren, kommt Nebel. Er wurde immer dichter und als wir die Kueste erreichten, konnte man gerade noch die naechste Hausecke sehen!  Die Doerfer wollten auch nicht enden - speziell das Dorf Ponta Garcia machte uns zu schaffen - die Fahrt wurde langsam so etwas wie aus "Groundhog Day" (und taeglich gruesst das Murmeltier) - wir waren nicht sicher, ob wir im Kreis fahren? Alles sah aehnlich aus, keine Buergersteige, enge Gassen, Haeuser weiss mit schwarzen Fenster-und Tuereinfassungen. Ponta Garcia Day ...
Endlich kamen wir zum naechsten Dorf, der Nebel lichtete sich aber keineswegs. An der Marina parkten wir (ohne Sicht auf die Felsen) und es ging schnurstracks ins Cafe, denn die Herren hatten sich auf das Fussballspiel Polen-Griechenland eingetunt. Es gab aber Russland -Tschechei, garniert mit Galao, Erdnuessen und Nieselregen draussen - fast wie in Deutschland!
Irgendwann waren wir reif fuer die Koje,  die Russen hatten gewonnen und wir fuhren durch den dicken Nebel zurueck, je naeher wir dem Hafen kamen, desto dichter die Suppe - sollte etwa der Sauerteig der Ursprung des Dampfes sein?!

Der See von Furnas. Wir kommen gerade vom Parkplatz, dort stinkt und qualmt es auch schon (auch ohne Autos). Rechts gehts zur heissen Ecke, wo es richtig brodelt und qualmt.
 Essen ist fertig .Das ortstypische Gericht aus Yamswurzel wird aus dem heissen Boden geholt und mit Kleintransportern zu den Restaurants gebracht. Oft gibt es kleine Holzschilder mit Nummern auf den Sandhaeufchen, wohl fuer vorbestellte Ware.
Arne ruht sich vom anstrengenden Baden aus. Das Gelaende ist parkartig, ein kleines Paradies

Freitag, 8. Juni 2012

Exkursion 1

Donnerstag ist Warmbadetag.
Heute hatten wir unsere erste Rundfahrt, es ging von Ponta Delgada aus nach Westen die Kueste entlang. An einem Aussichtspunkt zeigte uns ein Guide die Besonderheit dieses Ortes. Wer in der Mitte der runden Aussichtsplattform steht (dort ist ein kleiner Baum eingezaeunt) hoert ein Echo, wenn er spricht. Wir versuchten es diverse Male, es klappt. All das soll von einem darunter liegenden Hohlraum im Fels kommen.
Dann fuhren wir unsere erste Off-Road Strecke. Steil bergab ging es zu einer besonderen Badestelle. Dort, in den Lavafelsen am Fusse eines alten Vulkankegels, stroemt heisses Wasser aus den Felsen. Das  Wasser hat ca 60 Grad Celsius. Es mischt sich in einer schmalen Felsbucht mit dem einstroemenden Atlantikwasser, welches ungefaehr 20 Grad hat. Ein ganz besonderes Erlebnis. Es gibt auch eine gefasste Thermalbadestelle,  wir huepften aber mit zig Portugiesen und einigen Touristen ueber die Felsen und ueber eine Leiter gings in den Pool. Das Wasser ist erstaunlich heiss, man ist froh, wenn der Atlantik das abkuehlt.
Macht Spass, sich in den warmen und dann wieder kuehlen Fluten treiben zu lassen, die Wellen kommen bisweilen recht stark herein und am schmalen Ausgang gibt es starken Strom.
Danach gings zum nahegelegenen Restaurant, wo Arne und ich einen schoenen Galao und zwei der Herren ein Bier ("in Moskau ist es jetzt schon nach 12!") hatten.
Wir fuhren dann nach Sete Cidades, ganz im Westen der Insel, ein grosser Vulkankrater. Weltberuehmt mit 2 Seen in der Mitte und einem kleinen Ort. Am Kraterrand starteten  Gleitschirmflieger, Michael als Fachkundiger konnte uns (und einigen anderen Touristen) alles erklaeren. Dann gings rund um den Krater. Die Strecke war nicht asphaltiert. Die offizielle Strasse fuehrt IN den Krater, nicht aussenrum. Die Piste schien aber in gutem Zustand, Wanderer nutzen sie natuerlich vorwiegend. Wir brauchten recht lange, es gibt wunderbare Stellen, der Kraterrand ist wie ein Grat, auf dem der Weg entlangfuehrt.
Aufregend allemal, Nun gab es aber auf der zweiten Haelfte der Strecke doch recht grosse Loecher und Rinnen und der kleine Hyundai tat mir schon richtig leid. Arne musste ihn oft extrem langsam durch die boesartigen Rinnen steuern und wir sassen nicht nur einmal mit der Karosserie auf ... aber alles blieb dran (Auspuff...). Wir Mitfahrer mussten auch bisweilen aussteigen, gucken ob es passt und auch mal kurz schieben.
Auf dem allerhoechsten Punkt, dort steht eine Funkstation und der Weg besteht aus Betonplatten, standen 5 Maedels und versuchten, einen Reifen zu wechseln. Die Herren halfen natuerlich sofort!
Wir wurden noch gewarnt, die weitere Strecke sei auch gaaaaanz schoen schlimm, vor allem fuer unseren Kleinwagen! Stimmte, nach einem Steilabstieg mit Betonplattenpiste ging durch einen Wald, da waren riesige Loecher und wieder mussten Martin und Michael aussteigen und Arne lotsen. Alles war irgendwann zu Ende und dann brausten wir zurueck nach Ponta Delgada. Zum Abschluss wollten wir uns noch den Botanischen Garten im Norden der Stadt goennen, wir kamen heran, sahen freie Parkplaetze und Arne querte kurzentschlossen die Strasse (geschlossener Strich) um einzuparken. Kaum waren wir ausgestiegen, kam eine energische Dame daher. Polizei! Arne musste seinen Fuehrerschein zeigen (auch in Neuseeland gilt der geschlossene Strich!) und bekam eine Belehrung und wir alle die Aufforderung, sofort weiterzufahren. Der junge Polizist sperrte fuer uns die (leere) Strasse ab, damit wir wieder verkehrswidrig den Strich queren konnten ...

 hier sieht man den Warmbadepool mitten in den Lavabrocken. Der Atlantik zischt durch die kleine Oeffnung hinten und es gibt diverse Stroemungen von kaltem und warmem Wasser. Bisschen voll alles, heute war Feiertag.
 der Vulkankegel direkt neben dem Lavafeld, man sieht ueberall die erstarrte Lava, das Gestein hat schoene Farben.
Gleitschirmflieger am suedlichen Rand  des Kraters, es geht los Richtung Meer.Am Bildrand rechts beim Gatter stehen die 3 Herren und fachsimpeln.
Ein schmaler Grat, der Rand des Kraters.
Der beruehmte Ausblick ueber die beiden Seen. In der Mitte sieht man eine Bruecke, die zum Ort fuehrt. Beide Seen haben unterschiedliche Farben. Es gibt noch einen dritten See, der ist von dieser Stelle aus nicht zu sehen. Hinter uns ist ein Parkplatz mit Souvenirstaenden und ein halb verfallener Hotelkomplex. Der Bau war drei Jahre in Betrieb und steht seit 27 Jahren leer ...
So windet sich die Piste um den Krater, hier sieht der Untergrund noch ganz manierlich aus, links und rechts gehts sofort richtig runter.
Der kleine Hyundai schlug sich wacker auf den schlechteren Strecken. Die Besatzung stieg oft aus, bis auf den Fahrer natuerlich.

Mittwoch, 6. Juni 2012

Ponta Delgada


die Marina, im Hintergrund die 60er Jahre Architektur. Der Rest der Stadt hat noch die alte Bebauung.

Das ist die Promenade direkt am Yachthafen. Sie erstreckt sich zwischen den beiden Haefen, ein Durchgang fuehrt unter dem Gebaeude im Hintergrund zur "alten" Marina. Die Spitze rechts im Hintergrund ist eine Aussichtsplattform, die schiefe Ebene ist mit Sitzplaetzen bestueckt, wie eine Tribuene. Das gesamte Gebaeude beherbergt das Faehrterminal und Shops und Kneipen. Die Mauer links hat Oeffnungen zum Parkhaus und zu den Facilities der Marina (Duschen etc). Finde das architektonisch ganz gut geloest, ausser dass man ein katakombenartiges Gefuehl kriegt in den Duschen. Und so - elegant gestaltet - sind die Hinweisschilder ...
diese Segler waren wohl etwas schneller unterwegs auf dem grossen Teich.
in der Naehe der Marina gibt es ein Haus,fast vollstaendig mit sehr schoenen Graffiti bedeckt. Hier ein Detail.
eine Gasse in der Stadt. Die eleganten Mosaikboeden sind in jeder Strasse zu finden und immer anders. Und ueberall kann man draussen sitzen und es sich gutgehen lassen.
Galao (Milchkaffee) kostet oft nur einen Euro.

Dienstag, 5. Juni 2012

etwas Atlantik

hier gibts noch Impressionen von unterwegs.



dieses Foto findet der Skipper genial - dabei hat er's gar nicht gemacht ...

Zeit und Freizeit,

... Segel und Wetter
Heute waren wir schon um 0700 wach, es gab Muesli mit den neuen Bananen (wir testen ja jetzt Proviant) und dann gings um 0830 mit Michael in die Stadt. Zum Eisenwarenladen, Yachtladen, und es sollte auch zum Markt gehen. Die Deutschen rechnen natuerlich nicht (auch wenn sie schon Jahre in den Tropen unterwegs sind) mit den etwas vernuenftigeren Arbeitszeiten der Suedeuropaer. Also standen wir vor verschlossenen Tueren und freundliche Schilder zeigten uns, ab wann der Portugiese normalerweise den Laden aufschliesst. 0900. So ist es richtig, meiner Meinung nach. Der Markt war dafuer schon fast leer.
Spaeter machte ich mich alleine auf den Weg durch die Stadt. Das Licht war sehr grell und diesig, kein Foto- Licht, leider.
Sie haben eine sehr huebsche Stadt hier, oft sieht man alte morbide Gebaeude, die Strassen sind ausnahmslos gesaeumt mit den erwaehnten schwarz weissen Mosaiken. Jeder Buergersteig sieht also anders aus.
Am Hafen stand ich auf der Flutmauer und sah mir die Wellen an, der Atlantik ist jetzt wieder fast friedlich. Als ich zum Boot kam,war Arne soeben mit dem Oelwechsel fertig und schlug vor, die grosse Genua am 1. Vorstag gegen die etwas kleinere Kutterfock zu tauschen. Leider gab es wieder etwas Wind, wir waren aber zuversichtlich. Das grosse Segel wurde heruntergenommen und wir schafften es sogar, es auf dem Vordeck zusammenzulegen! Arne sagt, Segel zusammenlegen ist immer eine Herausforderung fuer die Beziehung...
Wir hatten nach wie gesagt erfolgreichem Zusammenlegen einen riesigen Berg von Segel und der sollte nun in den Segelsack - das war eher so wie das Anziehen von Kompressions-Struempfen, falls ihr wisst was ich meine. Wir schafften aber auch das. Dieses schwere Paket musste jetzt noch ins Cockpit geschleppt werden, einer vorne, einer hinten, na bitte, geht doch. Als Arne es dann unter die Koje im Vorschiff packte - ,mit vollem Einsatz - hielt ich mich zurueck.
Das kleinere, aber dafuer genauso schwere Vorsegel musste nun in die Nut und Arne kurbelte hinten im Cockpit an der Winsch, waehrend ich es in die Nut faedelte. Fertig,
Arne legte sich ein wenig lang und ich ging zu unserem netten kleinen Beton-Freibad im Hafen nebenan. Mit Blick auf anlegende Yachten,  Laeden, Cafes und die Faehren schwimmt man da seine Runden. Davor muss man natuerlich ins Wasser ... wusste gar nicht dass sich 20 Grad so kalt anfuehlen koennen.
Nach dem Bade unterhielt ich mich mit einem netten Paar aus Berlin. Sie kommt aus Kiel und segelte dort als Jugendliche. Die beiden sind seit 4 Wochen auf den Azoren und hatten fast jeden Tag Regen! Das Wetter war das grosse Thema bei allen, die sie trafen. Sie erlebten in Horta den Sturm (dem wir ausweichen mussten) - die Dame sagte, es waere einem Orkan gleichgekommen und sie mussten sogar mit ansehen, wie eine Yacht auf die Felsen getrieben wurde. Es war eine Leine (die Schot) in die Schraube gekommen und das wars dann.
Arne sagt dazu, es ist IMMER die eigene Leine ...
Wir hoffen nun auf etwas besseres Wetter (heute ging es ja) um wenigstens in den Bergen etwas zu sehen, wenn wir da schon hochfahren in den naechsten Tagen. Morgen wird aber noch etwas Boot geschrubbt.
Herzliche Gruesse und
AHOI
Arne und Andrea

Montag, 4. Juni 2012

Regen

Tja, Hamburg koennte es nicht besser ...
Das Wetter ist leider etwas unbefriedigend. Gestern war es den ganzen Tag diesig bis nieselig, Wind gabs auch. Die Marina fuellt sich langsam, jeden Tag kommen neue Yachten, wir sind gespannt, wie sich das Wetter entwickelt.
Gestern abend gab es dann richtig Regen und Wind, als wir zum Videoabend auf Tanoa geladen waren.
Im Supermarkt hatte ich eine Packung Mousse au Chocolat erstanden, die mixten wir gestern hier auf dem Fussboden (der Landanschluss fehlt noch) und hetzten mit der wohlgefuellten Schuessel Mousse rueber zu Michaels Kat Tanoa.
Mein Lieblingseis (Sandwich von Nestle) gibts im Kiosk oben an der Strasse - was fuer ein Glueck!
Gleich gehts los mit Michael zum Eisenwarenladen, dann zum Yachtshop, dann zum Markt.

Wir kommen gut voran hier, die Seebeine machen keine Probleme. Haette Lust zu laufen, aber die Joggingschlappen hab ich zu Hause gelassen. Deshalb waere Schwimmen gut, das Schwimmbad hier ist lustig, direkt am Hafen. Die Architektur ist was Besonderes, die Hafenfront wurde wohl mit genuegend EU Geldern gestaltet, gefaellt mir aber gut! NICHT eingeschlossen in die Gestaltung sind die haesslichen Hotels jenseits der Uferstrasse. Fotos kommen noch.

Am Mittwoch mittag kommt unser Mitsegler Martin, weitgereister Journalist. Wir wollen dann ein Auto mieten und ein wenig die Insel erkunden. Was von hier aus zu sehen ist, wirkt vielversprechend, Huegel so steil, wievon Kinderhnd gemalt, betupft mit Hecken, wohl Hortensien.

Bis spaeter
AHOI
Andrea und Arne

Sonntag, 3. Juni 2012

Kleine Auswahl aus 22 Tagen Seefahrt

 der Salon mit Geburtstags-Deko und Gabentisch
Geburtstagskind mit echter Rasta-Muetze aus Antigua - Geschenk vom Skipper!
Und mit echtem Sekt!
Cheers!
 Der Skipper freut sich auch ueber die gelungene Ueberraschung.
Cheers!
 So sehen die Kristalle aus, die wir in regelmaessigen Abstaenden dem Meer geben.
Sie kommen aus Malaysia und haben einen eingravierten Schriftzug. Es wird wohl ein Spruch mit heilender Wirkung sein.
Auf jeden Fall war uns der Atlantik wohlgesonnen.
 Friedlicher Sonnenuntergang, einer von vielen ...
 Der Streifen am Horizont kurz bevor die Sonne aufgeht.
Wir hatten keinen Wind und liefen unter Maschine. Aber wenn man vorne steht, hoert man sie nicht und kann die spezielle Stimmung geniessen.
Ausserdem freuen wir uns ja immer, wenn Lehmann gut drauf ist ...
Atlantik nicht mehr ganz so friedlich. Die Wellen sind zwischen 4 und 5 m hoch, sieht man so nicht, aber vielleicht ahnt man es ...
Ponta Delgada! Die ersten Lichter am Horizont sahen wir in der Nacht, da dauerte es noch ungefaher 7 Stunden, bis wir so nahe waren.
 Standard Atlantik-Tuna Nummer 4, bitte die Oelhose beachten. Die ist mindestens 20 Jahre alt und immer noch wie neu!
 Das ist Henk aus Holland. Er ist mit seiner Midget 26 in 2 Jahren um die Welt gesegelt.
Auf dem Atlantik leitete er das Antlantic Homerun Net, in dem sich Segler austauschen konnten. Kurz vor dem Landfall gab er die Leitung an Elise von Sealease 2 weiter. Vielleicht wird er es wieder aufnehmen, wenn er in See sticht, Ziel Rotterdam.
 Iemanja an ihrem Liegeplatz in der neuen Marina von Ponta Delgada.
Arne und Michael in der Bar der Marina. Nette Atmosphaere, trotz der modernen Architektur. Unsere Biere werden gleich kommen.

Samstag, 2. Juni 2012

Ponta Delgada!

Hurra, hurra, hurra!
Angekommen! Gestern morgen 0840 Ortszeit machten wir fest. Kurz nach uns kam Henk, der Moderator unserer Funkrunde in seiner Midget 26 heran und machte laengsseits bei uns fest. Konnte nun zum 1. Mal seine Mini-Yacht bestaunen, mit der er in 2 Jahren um die Welt gesegelt ist. Ein knuffiges Boot, dem man einiges zutrauen kann.
Arne und ich lagen uns natuerlich erst mal in den Armen, geschafft! Denn:
Wir hatten leider eine etwas haertere Nacht, als wir die Lichter der Insel schon sehen konnten, gab es einen lauten Knall, ein Wantenspanner am BB Unterwant (genauer die Spannschraube zum Deck) hatte aufgegeben. Die Baumbremse war die ganze Zeit an den beiden Unterwanten angebracht und die jahrelange Schaukelei und Ruettelei hatte die Schraube glatt abscheren lassen.
Grosse Reparatur mitten in der Nacht, Arne versuchte die Schraube aus dem Wantenspanner herauszudrehen, es dauerte 1 Stunde bis er die Schraube mit allerlei Tricks (Schlitz reinsaegen) ungefaehr 2 mm rausgedreht hatte, um sie mit einer Gripzange vollends rauszudrehen. Wir versuchten, den unteren Teil der Schraube (war noch am Terminal an Deck) wieder in den Spanner zu drehen, dieser Teil war aber auch verbogen... also absaegen! Das fehlende Stueck wurde mit einem Schaekel ueberbrueckt, so konnte wenigstens das Want wieder gespannt werden.
Weil es sonst langweilig geworden waere, hatte ich die Toilette nicht zugedreht (war so erschrocken und an Deck geeilt ...)
Arne legte sich 2 Std hin, danach durfte ich 2 Std schlafen. Es war so wenig Wind, dass Lehmann angeworfen wurde. Kaum lief der Motor, briste es auf 25 kn auf - Arne wollte nun den Motor nicht wieder abstellen, wir waren ja nun schon auf den letzten "Metern" - die Wellen wurden hoeher und hoeher, Delphine kamen vorbei um uns zu begruessen und ich machte Fotos von Ponta Delgada im Fruehlicht. Da schaut Arne auf die Temperaturanzeige - Motor heiss! Durch die Wellen hatte er wohl Luft gezogen und die Kuehlung war unterbrochen worden. Aber er berappelte sich und wir konnten wieder aufatmen.
Dann ging es auch schon rein und hinter die Molenwand., das Wasser wurde ruhiger, ich musste ans Steuer, weil Arne die Fender und Leinen klar machen wollte. Wir hatten ziemlichen Wind auf dem Bug und ich musste aufpassen beim Steuern. Aber es klappte alles, das Anlegen uebernahm selbstverstaendlich der Skipper. An der Pier standen zwei nette Herren, die nahmen die Leinen an. So waren wir schnell fest und als Henk bei uns fest war, gingen die beiden einklarieren. Ich telefonierte (wir hams ja...) so lange mit Klaus -)
Dann knatterten wir in die neue Marina zu unserem vorgesehenen Liegeplatz, den Arne bei der Hafenmeisterei bekommen hatte. Durch unseren UKW-Ruf geweckt, stand Michael schon am Liegeplatz und zwei Zufallshelfer kamen auch schon an, jedoch war Iemanja ganz schoen stoerrisch (der Wind stand quer zu uns und war recht stark) und es dauerte ein bisschen, bis wir (oder besser die Maenner) sie fest hatten.
Grosse Begruessung, Michael und Arne hatten sich seit Suedafrika nicht gesehen, dann gings rueber zu Michaels Katamaran zum reichhaltigen Fruehstueck. Michael baeckt sein Brot auch selbst und wir fachsimpelten gleich wie die Alten ueber Hefeteig ...
Nach dem Fruehstueck drohte Arnes Kopf auf die Tischplatte zu kippen, wir mussten erst mal 3 Std an den Matratzen horchen.
Nachmittags trafen wir uns wieder mit Michael und bei einigen Anlegebierchen in der netten Bar der Marina mit Lifeband begann die Feier.
Kleiner Lacher am Rande Michael hatte seine Uhr doch glatt um 2 Stunden falsch gestellt und war ja schon seit Tagen hier! Die gut sichtbare Kirchturmuhr ignorierte er geflissentlich. Jetzt sind wenigstens die Shops offen, wenn er einkaufen will ...
Wir feierten weiter mit einem sehr guten Fischmahl (KEIN Tuna) in einem Restaurant und einem kleinen Absacker in unserer erwaehnten Hafenbar. Die Jugend der Insel war nun schwarmartig hier eingefallen und es ist eine super Atmosphaere ... freue mich schon auf heute abend ...  -)

Entschuldigt die Verspaetung, wir haben aber jetzt ein super WiFi Netz und ich werde, wenn die Waesche gemacht ist, gleich Fotos hochladen - und konnte endlich die Kommentare lesen!!! Danke euch fuer eure netten Worte und freue mich auf weitere!

Freitag, 1. Juni 2012

37 09 N / 26 28 W

Standard Atlantic Tuna.
Nach einer anstrengenden Nacht mit Frontdurchgang, freundlicherweise der sanften Art, Schiff auf Kollisionskurs ("Super Grace" hatte uns aber auf dem Radar), sowie Spibaum-Riggen im fruehen Morgenlicht konnte ich bis 0800 schlafen. Als ich erwachte, sah ich Arne in gelben Oelhosen rumturnen und als ich ins Cockpit kletterte, wurde mir der schon filettierte und in Tupperdosen verpackte fuenfte Thunfisch praesentiert. Wir haben nun fuenf etwa gleich grosse Thunfische gefangen in 3 Wochen - scheint Atlantic Standard zu sein.
Der ganze Tag war sonnig, mit schoenen 16-20 kn Wind aus SW, wir kamen gut voran und haben jetzt nur noch etwa 50 sm bis zum Ziel. Da es windiger wurde und wir nicht mitten in der Nacht in den Hafen navigieren wollen, haben wir die Segel wieder reduziert.
Als kleine Nachmittagsunterhaltung gab es einen grossen Frachter auf Kollisionskurs. AIS zeigte den Namen, "Cap San Raphael", Arne war gleich begeistert, fuhr er doch frueher auch die "Cap" Schiffe, zB das Schwesterschiff der "Cap San Diego", die "Cap San Antonio". Er rief also das Schiff ueber UKW und machte auf uns aufmerksam. Der Wachhabende hatte uns nicht auf dem Radar... etwas verwunderlich bei unserem Stahlschiff, aber es mag am Seegang gelegen haben. Arne unterhielt sich mit dem griechischen Kapitaen, nun auf einem Arbeitskanal, und das Schiff aenderte derweil den Kurs. Man sah den grossen Frachter dann bald gut und konnte richtig erkennen wie er, nachdem er uns passiert hatte, wieder in seinen alten Kurs zurueckkehrte. Ordentlich grosses Schiff, 250 m lang, 4000 Container. Die Schiffe mit dem "Cap" im Namen gehoeren der Reederei Hamburg Sued, dieses 10 Jahre alte Schiff wurde an eine griechische Reederei verkauft und zurueck gechartert. So verfaehrt die Reederei mit allen Schiffen ab einem bestimmten Alter.
Zur Feier des baldigen Landfalls gab es spaeter Tee und die edle Marzipanschokolade. Dann lagen wir in unserem sonnigen Cockpit, hoerten Musik und machten es uns gemuetlich.
Heute abend hatten wir dann unsere Thunfischfilets mit Salatbeilage und Brot.
Segelnde Teestube mit Wintergarten, Backstube und Fischbraterei.

Es wird eine unruhige Nacht werden, denn morgen frueh haben wir den grossen Sprung ueber den Teich hinter uns. Die naechsten Etappen werden kuerzer.

Bis bald und
AHOI
Arne und Andrea

PS: sowie wir ein Netz finden, werden Fotos hochgeladen. Erster Thunfisch, zweiter ... ;-)

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Donnerstag, 31. Mai 2012

35 48 N / 27 44 W

Direkter Kurs.
In der ersten Nachthaelfte hatten wir durchschnittlich 26 kn Wind, wir kamen mit Gross im 3. Reff und der kleinen Fock immer noch gut voran, die Wellen wurden immer hoeher und oft kam eine Welle quer- da findet man sich dann ploetzlich auf der anderen Seite des Bootes wieder.
Schlafen ist schwierig, der Koerper entspannt sich nicht, dauernd rollt der Kopf hin und her und ich muss alles mit Kissen ausstopfen, damit ich nicht mit Verspannungen aufwache. Allerdings haben wir ja tagsueber genug Bewegung...
Kurz nach 0300, als Arne meine Wache uebernahm, war doch mehr Wind und wir beschlossen, das Grosssegel ganz zu bergen. Und wir hatten ja noch Anweisung von Herb, langsamer zu segeln. Es war noch dunkel und Arne machte sich in Oelzeug, mit Stirnlampe sowie Lifebelt an die Arbeit. Klappte alles gut und sogar mit der kleinen Fock waren wir noch 5 kn schnell.
Heute morgen hoerte ich Winschen-Geraeusche und als ich ins Cockpit kam, hatte Arne den Kurs gewechselt. Wir fahren jetzt einen NE Kus von 50 Grad, direkt auf Ponta Delgada zu. Wir kriegen die Wellen nun von achtern, da sie inzwischen 4 - 5 m hoch sind, ist das bedeutend angenehmer.
Herb sagte uns soeben, dass wir direkt vor der Front fahren, in ca 2 Stunden muesste sie da sein und der Wind auf NW bis W drehen. Er wird dann auch schwacher werden, mal sehen wann die See sich anpasst ...
Noch 150 sm bis zum Ziel.

AHOI
Es gruessen
Arne und Andrea

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Mittwoch, 30. Mai 2012

35 11 N / 29 50 W

Gepflegt dem Sturm ins Auge blicken.
Heute war ein schoener Tag, schon morgens lachte die Sonne, meine frischgewaschenen Haare trocknete der noch recht sanfte SW Wind. Arne hatte ja schon gestern geduscht ...
Wir hatten schoenes Muesli mit tollen Trockenfruechten, die beiden letzten Grapefruits bewahren wir noch auf, die sind sowieso noch nicht ganz reif.
Kompliment an Kati und den Markt in St Johns, alle Fruechte und Gemuese blieben super lange frisch und schmeckten hervorragend. Wir haben noch Zucchini, 2 Kohlkoepfe, einige Tomaten, Ingwer und Zwiebeln und Knoblauch frisch.
Den Tag verbrachten wir im Cockpit, hoerten Musik, assen Tunaceviche mit Spaghetti, hoerten wieder Musik, hatten Kaffee und Schokolade und zum Abend wurde es dann interessant, weil die Wetternews kamen. Klaus hatte in seiner mail schon die Frontdurchgaenge gemeldet und Onkel Herb bestaetigte dies und wies uns an, langsamer zu segeln. Wir sollten nicht ueber die Linie 28 W hinaussegeln, wir haben sonst schlechte Karten fuer den Nordkurs nach Ponta Delgada, da nach der Front der Wind auf W dreht, aber evtl auch NW werden kann.
Also wurde eingerefft, 3.Reff im Gross und die kleine Fock am Kutterstag. Wir haben jetzt um 22 kn Wind, machen 5 kn Fahrt ueber Grund Richtung Ost.
Das Mondlicht beleuchtet die Wellen, die Sterne funkeln, der Wind wird aber noch kommen, da sind wir uns ziemlich sicher.
Morgen abend soll die Front durch sein und der Westwind kommen. Das waere dann unser Wind zum Ziel. Davor setzen die Wettergoetter jedoch noch ein neues Tief bei den Azoren ...

Viele Gruesse und
AHOI
Arne und Andrea

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Dienstag, 29. Mai 2012

35 44 N / 32 22 W

Auf der Flucht vor dem Sturmtief.

Die letzte Nacht war - ausser den Wellen - ruhig, sternen-erleuchtet und hin und wieder musste ich aufraeumen.
Heue morgen erwachte ich um 0700 von haemmernden Geraeuschen, man sah den Skipper geschaeftig hin und her eilen, bewaffnet mit Werkzeug. Schell zog ich mich an und eilte nach vorne, dort war Arne gerade dabei, das Segel am Kutterstag abzunehmen. Er hatte beim Abriggen des Spibaumes den Schreck bekommen - der Splint am Kutterstag war weg und das Terminal hing nur noch an einer Seite fest, die andere war schon abgerutscht und verbogen. Er musste also das Stag entspannen, um das Terminial unten zu befreien, geradezubiegen und wieder festzumachen. Die Rollanlage kann man etwas hochschieben, um an eine Konterschraube zu gelangen. Man will ja beim Aufdrehen nicht das Stag mitdrehen. Wir kriegten aber diese Trommel nicht hochgeschoben. Also Trommel abbauen. Mit etwas Gewalt und Spruehfett konnten wir nun diese Huelsen nach oben bewegen, die Schraube lag nun frei. Stag entspannen, Terminal abnehmen, geradehaemmern und wieder einsetzen, mit Splint, alles wieder zusammenbauen. Jetzt wissen wir wie es geht ... grosses Glueck hatten wir mit dem Wetter, die Sonne schien, angenehmer nicht zu starker Wind. Nur die Wellen waren recht lebendig, besonders da vorne am Bug.
Gluecklich genossen wir unser Muesli, nach der Atlantik-Runde fing es an zu nieseln und gerade als sich Arne gemuetlich im Cockpit lang gemacht hatte, surrte die Angel. Ein sehr schoener Thunfisch! Er keampfte sehr und waere Arne sogar auf dem Deck fast noch entwischt. Wir haben die Haelfte seiner Filets jetzt schon mit Reis und Zucchini gegessen. Sehr gut, von der anderen Healfte gibt es wieder das beruehmte Ceviche.
Dann schlief der Wind ein, Herr Lehmann musstte wieder ran, Arne warf gleich den Wassermacher an und so knatterten wir ungefaehr eine Stunde dahin. Die Sonne zeigte sich wieder, der Wind kam zurueck, diesmal mehr aus West.
Wir fahren inzwischen suedoestlich, auf der Flucht vor dem Tief, fuer das Herb Wind in Sturmstaerke voraussagt. Fuer morgen und Mittwoch sind auch hier auf der Linie von 35 Grad Nord Winde von 30 - 35 kn angesagt. Wir haben jetzt das zweite Reff im Gross fuer die Nacht, Wind soll allerdings 25 kn nicht uebersteigen.
Am Donnerstag und Freitag hoffen wir endlich unseren Nordkurs einschlagen zu koennen. Da sollen die Bedingungen wieder etwas moderater sein, bevor am Samstag ein neues Tief anrueckt...

Wir bleiben gut gelaunt und erzaehlen uns immer noch neue Geschichten aus unserem Leben.

Gruesse an alle
AHOI
Arne und Andrea

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Montag, 28. Mai 2012

35 40 N / 34 25 W

Im Schaukeln ist gut schunkeln.
Nach Achterbahn und Teufelskutsche wurde es doch eine erstaunlich ruhige Nacht. Wir warteten auf den versprochenen Winddreher von SW auf NW, wenn die Front durchgeht. Ich hatte echt Bedenken, als ich allein im Cockpit sass, Arne unten an der Funke. Hinten die fette dunkle Wolkenwand und wer weiss, wie der Winddreher kommt. Vor allem als Herb sagte, das koenne nun jede Minute sein.
Arne und ich stellten dann eine stetige Aenderung unseres Kurses nach Sueden fest. Die Windfahne macht ja die Winddreher mit. Der Wind, der gerade aus SW noch 28 kn hatte,liess nach und bei ca 12 kn konnten wir ganz locker die Halse machen. Neuer alter Kurs 75 Grad, aber auf dem anderen Bug. Die dunklen Wolken verzogen sich nach einem Schauer, Arne machte den Wintergarten zur Wetterseite dicht und so ging es in die Nacht.
Meine Wache war ruhig, wir mussten auch wieder die Uhr eine Stunde vorstellen, diesmal durfte Arne etwas an seiner Wache abknapsen.
kurz vor dem Landfall auf den Azoren wird noch eine Stunde abgezogen.
Wir fahren jetzt schon den ganzen Morgen im Schmetterling-Stil (auf jeder Seite ein Segel), Iemanja schlingert ganz schoen, wir haben die Windsee von achtern und einen hohen Schwell aus Nord. Hin und wieder kraengt das Boot ordentlich und Arne fiel bei seinem Nachmittagsnickerchen im Cockpit zweimal von der Bank. Auch unser Bootsbuddha musste ins Asyl zu den Fruechten.
Der Thunfisch wurde gebraten und ein gutes Mittagsmahl mit Reis und Pickles, dazu eine schoene Scheibe mit Hambug-Musik! Passend zu den Wellen - da schunkelt es sich ganz von alleine!

Nachmittags erhielt ich kurzen Besuch von einer kleinen Gruppe Delphine, sie konnten aber nur kurz bleiben, die Jagd war eroeffnet und in unserem Kielwasser sah ich sie umherflitzen, wunderbare schnelle Tiere.
Andere Boote sind nicht so gluecklich, unsere Netz-Gefaehrten von Hitchhike Heidi fuhren auf einen Wal, alle fielen aus den Kojen und der Schleppgenerator riss ab. Da ihre Maschine sowieso nicht laeuft, sind sie jetzt ganz ohne Strom. Sie hatten noch wenige Stunden bis Horta, zusammen mit dem Katamaran Seefunk, auch ohne Maschine, duerften sie wohl die Schlepphilfe der Hafenbehoerden brauchen.
Wir hoffen, dass alles geklappt hat. Unser Netzmoderator Henk liegt gleichauf mit uns, ca 20 sm suedlicher, also an unserer StB Seite. Er will des Wetters wegem auch nach Ponta Delgada, ich freue mich schon auf ein Bier mit ihm.

Gruesse an alle

AHOI
Arne und Andrea

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