Donnerstag, 5. Juli 2012

Fahrplan

Baederschiff Iemanja wird voraussichtlich am Sonntag, 08.07. abends im Hamburger Sportboothafen ankommen.
Mit dem Wind sieht es immer noch recht lau aus, Samstag frueh wird etwas Wind erwartet, da werden wir also lossegeln bis Cuxhaven. Dann am Sonntag gehts die Elbe hoch, dass wir hoffentlich mit auflaufendem Wasser abends da sein werden.
Heute waren wir auf der Duene. Ich nahm eine Beach-Auszeit und verbrachte fast den ganzen Tag dort am Strand. Wir beobachteten die Seehunde am Suedstrand, wanderten dann zum Nordstrand. Dort tummeln sich die Kegelrobben im Wasser. Sie spielen richtig, schwimmen auf dem Ruecken, besuchen neugierig Badende (allerdings ist Baden ausserhalb der Absperrung verboten). Trotzdem gehen die Leute da ins Wasser. Ich traute mich nicht, die Viecher sind mir zu gross und das Wasser hat gerade 15 Grad.
Die Familie fuhr zur Insel zurueck und ich nahm eine Beach-Auszeit.
Jetzt gehts zum Eiergrog-Trinken!

Ein mehrfaches AHOI
Arne, Kati, Emily, Lennard, Nils (heute schlaeft er hier) und Andrea

Mittwoch, 4. Juli 2012

Helgoland 2

Segelnde Kaninchen und coole Katzen.
Unser erster richtiger Tag auf Helgoland, von frueh morgens bis abends. Arne und Familie uebernachteten im gemieteten Appartement und Martin und ich durften hier auf Iemanja schlafen. Seltsam, so ohne Arne. Am Morgen gabs dann mit Ankunft der Familie ein Fruehstueck mit Broetchen und allem drum und dran. Kannten wir gar nicht mehr.
Leider verliess uns Martin heute - er fuhr mit dem Schiff nach Cuxhaven um von dort mit der Bahn ins Ruhrgebiet zu reisen, es war der guenstigste Weg. So hat er seine Seereise doch stilecht beendet. Nachdem wir ihn verabschiedet hatten (alle waren dabei) gings zur Erholung ins Eiscafe, Arne gab uns noch ein Nach-Geburtstagseis aus. Manfred, ganz Organisator, stellte fuer unsere Gruppe Tische im hinteren Raum des Cafes zusammen und bekam dafuer von der Bedienung einen Rueffel. Das ist Deutschland, wie es besser nicht sein koennte. Es stellte sich dann heraus, dass das Cafe fuer solche grossen Gruppen extra Platten fuer die Tische bereit haelt. Naja, das naechste Mal ...
Wir wollen morgen auf die Duene wegen Sonne (ich) und Seehunden (wir). Ab dem Nachmittag soll es wolkig werden, der Wind kommt nach wie vor aus E bis SE, jetzt gerade mit ca 5 Beaufort (15 - 20 kn)
Wir haben Iemanja verlegt, jetzt liegt sie neben Antje. Allerdings voll befendert, es gibt keinen Heckpfahl und vorne links muss sie vorm Knutschen mit einem Dalben bewahrt werden. Momentan quietscht und knarrt es ordentlich und ich hoffe nur dass ich heute nacht nicht Fenderwache gehen muss - alle 30 minuten gucken obs reibt ...
Bin naemlich alleine an Bord, die Familie will das Appartement heute nacht noch nutzen und Martin ist ja weg. Aber Antjes Besatzung ist ja da, falls was schiefgeht.


 Der grosse Hafen. Im Hintergrund an der Mauer liegt der stattliche Rettungskreuzer Hermann Marwede.
Kinder und Schiffe. Lennard und Nils gucken sich die Baederschiffe an. Nicht lange und Martin wird vom Boerteboot auf das linke Schiff steigen.
 Die Katzen auf Helgoland sind cool. Es gibt ausser dieser hier noch einige andere Beispiele. Sie sind halt Touristen gewohnt.
 Boerteboot auf dem Weg zum Schiff. Der Winkende im tuerkisfarbenen T-Shirt ist Martin.
 Ein Teil des Abschiedskomitees. Von links: Dorle, Kati, Arne und Manfred. Dorle und Manfred sind Schwester und Schwager von Arne und segeln mit ihrer Yacht Antje schon seit ueber 25 Jahren auf der Nord- und Ostsee.
Dieser Kaninchenmann gehoert zur Besatzung einer Yacht. Er ist 10 Jahre alt, vollkommen zutraulich und locker und die Kinder waren spaeter noch mit ihm spazieren. Er traegt dann ein kleines Geschirr mit Leine, damit man ihn zur Not aus dem Wasser fischen kann.
Emily und Kati und ich fotografieren uns im Spiegel im Eiscafe. Links sieht man noch Hanne, die kleine Tochter von Arnes Nichte Kerstin..

So liegt Iemanja jetzt neben einem Dalben. Etwas eng und alle Fender werden beansprucht.


Links liegt Antje, das Boot von Manfred und Dorle. Manfred hilft gerade dem neuen Nachbarn. Hinten sieht man noch mal den Rettungskreuzer, ein wirklich vertrauenserweckendes Exemplar.

Shoppen auf Helgoland. Es gibt wie man sieht nicht nur Schnappes und Zigaretten.

Helgoland!


Jetzt sind wir auf Helgoland. Die Nacht war anstrengend, nicht nur dass der Wind schwach und dann aus östlichen Richtungen wehte, ich musste noch etwas für Arnes Geburtstag zimmern.
Meine Wache um 0000 fing mit einer Diskussion an, wir hatten einen Windpark (Sperrgebiet) vor uns und ich wollte keine Höhe verschenken. Ging es doch sowieso schon langsam voran. Wir überlegten, wie man am besten kreuzt, um so viel Wind-Unterstützung zu haben wie es geht, ohne den Kurs allzu weit vom Ziel abzulenken. Wohlgemerkt unter Motor. Aber durch den Gegenstrom hatten wir ohne Wind nur knappe 3 kn. Wir weckten dann doch den Skipper. Und es war gut, denn wir gingen auf neuen Kurs. Dann, als alles klar war wollte er nicht zu Bett. Ich stand etwas unter Strom, ich hatte ja nur noch die 3 Sunden meiner Wache und wollte morgens alles für den Geburstag fertig haben. Endlich verabschiedete er sich in seine Koje und ich konnte wenigstens an die Planung gehen.
Meine Idee war, eine Art Spielbrett zu bauen, ich hatte 4 Blätter aus Emilys Zeichenblock genommen und fügte sie zusammen. Es ist in einer Art Monopoly, von links unten, wo ich die Insel Antigua eingemalt hatte, über die Azoren, die diversen Stops in England, nach Helgoland und Hamburg. Alles war in einem Kreis angeordnet, durch Wege (wie beim Mensch-Ärgere-Dich-Nicht) verbunden. Ereignisse wurden noch aufgeführt, in Kartenform (Ziehe eine Nebelkarte!) oder illustrativ. Meine Ideenskizze war fertig und ich hatte auf meinem Bett schon alles soweit, als ich Arne um 0400 weckte. Er übernahm, wir beobachteten noch einen Fischkutter namens Albatros, der als Wache über einem Unterseekabel stationär bleiben muss. Ankern darf er nicht und muss auch andere davon abhalten, Arne rief ihn auf UKW und er erzählte etwas von seiner Arbeit. Er ist Holländer, muss ein bestimmtes Gebiet entlang des Kabels überwachen.
Endlich konnte ich frei machen, schloss mich in meiner Kammer ein, auf dem Bett sitzend zeichnete ich das Spielbrett. Es dauerte recht lang, sollte ja gut aussehen.Um 0600 war ich endlich fertig. ich schlief noch bis 1000 um den Schrei „Land in Sicht!“ von Arne zu hören. Helgoland! Die lange Anna! Sehr beeindruckend, leider war es diesig. Aber es dauerte nicht mehr lang und wir knatterten in die Einfahrt. 
Arne hatte in einer ruhigen Minute mein Geschenk gesehen und war begeistert. Der Bordfotograf bemerkte, dass ich zeichnen könne ...
Dann waren wir auch  schon im Hafen und die Besatzung der Antje und Arnes Kinder standen auf der Hafenmole und winkten wie verrückt. Das war ergreifend, wirklich süß, ich freute mich auch riesig, sie wieder zu sehen.
Anlegen klappte gut, es waren genug Leute an Land. Wir liegen temporär an einem Steg, wo man normalerweise nicht ran darf, wir müssen demnächst auch weg. Das alles hatte Manfred, Arnes Schwager, eingetütet. Er ist schon ein alter Hase auf Helgoland.
Der Nachmittag stand im Zeichen der Körperpflege und eines Spaziergangs durch das Oberland. Wir hatten allerdings wenig Zeit, wir sollten um 1900 an einem reservierten Tisch des Lokals Antlantis sitzen, 
Sehr leckere Gerichte, alle waren begeistert. Die Kinder waren auch gut drauf und danach ging es wieder zu Iemanja, wo noch ein Gläschen Sekt genommen wurde. Dann war gut, alle sind müde und deshalb ist jetzt Matratzen-Horchen angesagt
Vielleicht gibts noch Fotos, die technische Lage ist  wieder etwas schwierig.
ein mehrfaches AHOI
Arne, Martin und Andrea

Montag, 2. Juli 2012

53 33,7 N / 003 44,8 E

Holland im Boot.
Immer noch Nordsee, Holland ist jetzt unser Gastland. Unser Kurs fuehrte den ganzen Tag an den Inseln entlang. Texel, Terschelling, Ameland. Viel Sand und Duenen, sehr huebsch aber flach, die Sonne lachte, es war erstaunlich warm.
Die Nacht war auch sehr angenehm, der Mond ist eine riesige leuchtende Kugel, man sieht alles auf dem Wasser, die Lichter helfen natuerlich auch, es ist erstaunlich einfach, bei guter Sicht die Fahrtrichtung der Schiffe zu erkennen, und wenn nicht hilft AIS. Die meisten Fischer hier haben AIS und sogar kleine Motorboote. Kein Wunder mit dem Verkehr vor der Haustuer. Das Gebiet um Den Helder ist stark befahren, Richtung Norden wird es ruhiger.
Am Nachmittag, als wir gemuetlich vor Ameland dahinknatterten, kam Besuch. Ein grosses RIB kam heran, drei Herren vom niederlaendischen Zoll. Sie machten nicht mal fest, wir mussten auch nicht langsamer fahren, sie kamen laengsseits und nach hoeflichem Fragen schwangen sich zwei an Bord. Sie wollten die Papiere von Boot und Besazung sehen, fragten nach Woher und Wohin, Bootstyp, und natuerlich, ob wir etwas zu verzollen haetten. Haben wir aber nicht - dann wurde noch kurz ueber Fussball gesprochen. Was sonst, Fussi verbindet. Dann gruessten sie nochmals freundlich und schwangen sich wieder auf das schnelle Boot, das uebrigens locker 30 kn Fahrt schafft und wenn es mit dem Wind stimmt, sogar 40.
Nach einer Phase der Windstille kommt der Wind nun direkt auf unsere Nase, deshalb anderten wir den Kurs, fuhren nach Norden und querten das Verkehrstrennungsgebiet. Wir wollen nun ausserhalb der stark befahrenen Zonen unseren Weg zur Insel fortsetzen. Wenn wir Glueck haben, dreht der Wind und wird staerker. Denn die Stroemung haben wir gegen uns.
Es wird trotz allem nicht mehr allzu lange dauern bis wir auf Helgoland sind, nur noch diese Nacht und der morgige Tag, je nach Geschwindigkeit wird es Nachmittag oder Abend werden. Egal, gefeiert wird auf jeden Fall, Arne hat naemlich Geburtstag. Deshalb ja die Eile - die Familie ist schon versammelt und wartet ...
Viele sonnige Gruesse und
AHOI
Arne, Martin und Andrea

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Sonntag, 1. Juli 2012

52 11 N / 002 53 E

Tiefflug nach Helgoland.
Wir sind schnell, unser Durchschnitt der letzten 6 Stunden ist gute 8 kn. Der Strom laeuft inzwischen gegen uns, so rasant geht es also nicht weiter. Wind ist zwischen 25 und 30 kn aus SW. Die Wellen hier in der Nordsee sind auch ganz schoen gross und vor allem steil ...
Die letzte Nacht waren wir noch im Kanal, auch da hatten wir gut geplant, was den Strom angeht. Die Enge von Dover wollten wir gerne mit dem Strom laufen, wir waren aber zu schnell und deshalb xu frueh dort. Arne hatte Wache und ausser einigen Faehren war nicht viel los, die grossen Schiffe muessen das Verkehrstrennungsgebiet benutzen. Wo sind die Fischer? Wahrscheinlich zuhause, alles leergefischt ...
So geht es also direkt nach Helgoland. Wie haben soeben entschieden, dass wir "ruebermachen" zur friesischen Kueste, wir werden vom Strom Richtung Osten gedrueckt und koennen nicht staerker abfallen, durch die Wellen droht eine Halse - auch der Wind ist halsenunfreundlich. Aber dann muessen wir wenigstens nicht durch die Erdgasfelder und sehen etwas von den Inseln. Das Wetter scheint recht gut zu werden, wir hatten nur zwei Schauer heute.
Alle sind muede, der Verkehr fordert uns. Heute nacht 0230 in meiner Wache wurde es kurz hektisch. Wir rundeten das Kap von Dungeness und ich hatte einen riesigen Tanker vor Anker direkt vor mir. Er war hell beleuchtet. Ich wollte ihm nicht zu nahe kommen und aenderte den Kurs etwas (luvte an). Wie das Boot sich auf den neuen Kurs eindreht, wandert direkt vor mir ein kleines fades Licht nach links aus! Ich konnte nicht sehen was es sein koennte und hatte richtig Angst, jetzt einen Fischer oder das Netz oder sonstwas zu ueberfahren. Schnell nach unten, Arne wecken - wie er gerade ins Cockpit kommt, sehe ich vor dem gleissenden Licht des Tankers ein Segel. Also war es ein Segelboot, das von steuerbord herangekommen war und unseren Kurs nun kreuzte. Schreck lass nach. Der gleiche Segler begegnete Arne dann noch zweimal, er kreuzte jedes Mal vor uns unseren Kurs. Die Leute kreuzten vor dem Wind, verschwanden also immer wieder vollstaendig aus unserer Naehe, waren schneller und kamen dann wieder zurueck zu unserem Kurs.
Unsere geplante Ankunftszeit, bei einen Schnitt von mehr als 5 kn ist Dienstag nachmittag/abend.
Wir freuen uns schon auf Helgoland, Arne moechte zu seinem Geburtstag Wasserspiele im Hafenbecken veranstalten. Muss mir noch schnell eine Krankheit ausdenken vorher.

Nordseeglerische Gruesse und
AHOI
Arne, Martin und Andrea

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Brighton!

Boese Bojen und Brighton.
Am Freitag legten wir 1230 unter Segeln von unserer boesartigen Mooringtonne in Cowes ab. Das Ding war schon recht ramponiert, kein Wunder bei dem Gedengel. Es folgte eine schoene Fahrt durch den Solent, Sonne, guter Wind und viele andere Segelboote garantierten Abwechslung. Die Einfahrt zum Solent ist gesaeumt von riesigen Betontonnen, gross wie Haeuser. Brav ausserhalb des Fahrwassers sausten wir mit dem Strom dahin, bis wir ein Fischernetz erwischten. Ein schwarzer (!) Kanister funktionierte als Boje - super gut zu sehen .. Unsere 7 kn Sausefahrt wurde alsbald auf 0 abgebremst - wir sahen keine Leine, nichts. Arne gab gerade Kommando zur Halse als es rummste und spritzte und der Kanister hinterm Heck hochkam. Sofort wurden wir wieder schneller, Arne stellte den Leerlauf ein um zu hoeren ob die Schraube mitdreht. Dies war der Fall, also hatten wir keinen Schaden genommen.
Der Strom war die ganze Zeit mit uns und so waren wir planmaessig um 2000 in Brighton. Vor dem Hafen stand eine ordentliche Welle, die Wellenbrecher-Mauer ist auch beeindruckend. Man kann sich also vorstellen, was bei starkem Wind los ist.
Die Marina liegt 2 km ausserhalb und hier wurde ein eigener Stadtteil aus dem Boden gestampft, dahinter ragen die weissen Kreidewaende hoch, eine Einkaufsmeile, die ueblichen Verdaechtigen wie Mc D, Kino, Spielplaetze. Wir wollten noch in die Stadt, auf einem Boardwalk kann man schoen gehen, allerdings ist ploetzlich Schluss und wir mussten erst Einheimische fragen, wie wir weiter Richtung Stadt kommen. Antwort: ins Parkhaus bis oben, dann queren und hinten wieder runter ..
Dann kam der lange Strand, rechts die befestigten Mauern mit dem beruehmten viktorianischen Gitterwerk, beleuchtet in Blau, spaeter Gelb. In den Kasematten Clubs, Eislaeden. All das zieht sich bis zur Brighton Pier, diesem ca 1,5 km langen Vergnuegungspark. Es war bereits 2300 und die Tore wurden gerade geschlossen. So schauten wir uns um und sahen ein buntes Volk, das sich zwischen Strandclubs und Pubs zahlreich in den Strassen tummelte. Es war richtig was los. Brighton ist trendy, hat eine grosse Gay-Community, die hippsten Laeden und eine avantgardistische Kuenstlerszene.
Martin wusste zu berichten dass sich die Mitglieder des Brighton Schwimmklubs seit 100 Jahren jeden Morgen treffen, um einmal um die Pier zu schwimmen.
The Who schrieben ihre Oper "Quadrophenia" nach einer legendaeren Schlacht zwischen Mods und Rockern in Brighton. Auch die Story vom dicken George, dem spaeteren Koenig, dessen orientalischer Riesenpalast eine der Attraktionen der Stadt ist.
Brighton wurde in viktorianischen Zeiten DIE Badestadt der Londoner, Fischer sattelten um und trugen die Badegaeste in Saenften zum Wasser, ihre Frauen waren die "Dipper", sie tauchten die Badenden unter, dip, dip ...
Heute hatten wir dann noch Besuch. Die Vorbesitzerin von Iemanja kam mit ihrer Tochter vorbei. Das Boot hat jetzt seinen Starthafen wieder erreicht. Nach Kaffee und netten Gespraechen hetzten Martin und ich noch mal in die Stadt.
Um 1800 legten wir dann ab zu unserem letzten Schlag nach Helgoland. Wir wollen durchsegeln, Wind und Wetter sollen bestaendig bleiben und es gab extra eine Rasmus-Zeremonie, um die Nordsee gnaedig zu stimmen.
Zu unserer Freude entschied sich Martin, doch bis Helgoland mitzusegeln.


Deshalb ein wiederum dreifaches
AHOI
Arne, Martin und Andrea

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Donnerstag, 28. Juni 2012

Cowes 2.


Sightseeing im Segelmekka.
Der heutige Tag begann für mich früh, es war 0600 als ich aufwachte und ins Cockpit ging. Es gurgelte und blubberte, der Tidenstrom war so stark, wir schaukelten  als wären wir unterwegs. Der Tag war sonnig, nachmittags gab es starken SW-Wind.
Beim Frühstück gab es eine kleine Überraschung, ein Boot kam auf uns zu, sah ganz nach einem Fahrzeug des öffentlichen Dienstes aus. Aber es war der Hafenmeister, er kam um abzukassieren. Er bekäme sonst keine Hafengebühr, sagte er. Die Gebühren sind aber auch recht gesalzen, wir zahlen für die Mooringtonne pro Nacht 15 Pfund. Wir dürfen allerdings auch die Sanitäranlagen der Sheperd‘s Marina benutzen. Am Wochenende findet das Round the Island Race statt, es wird also voll werden. Nach dem Frühstück wurde das Dinghy klargemacht und wir knatterten in die Stadt. Erst duschen, sehr angenehm, es gab sogar einen stationären Fön!
Frisch und duftend erklommen wir die steilen Straßen des Städtchens. Wir trennten uns, abgemacht war 1500 im Pub. Ich wandelte durch den Park eines alten Landhauses, später mit schönem Bilick auf den Solent und die ankernden und segelnden Boote. Dann gings runter zum Uferpromenade. Erst zum Strand, dann Richtung Stadt bis zur Ecke, wo der weltberühmte königliche Yachtclub seine Kanonen für die Regattastarts an der Promenade stehen hat. Direkt davor sieht man Iemanja an der Mooring liegen.
Wie gerufen stand Arne da, einen nagelneuen Bootshaken in der Hand. Die beiden mussten sofort aufs Foto, zusammen mit den Kanonen und Iemanja im Hintergrund.
Nach einem weiteren Spaziergang durch die Fußgängerzone (fast nur Maritimes im Angebot) enterten wir wieder unser Dinghy. Vor dem Spiel wollten wir an Bord noch Arnes berühmtes Bananencurry essen. Die Fahrt zur Mooring gestaltete sich abenteuerlich. Was sollte die Dusche? Martin und ich waren klatschnass, als wir an Bord von Iemanja gingen. Der SW WInd hatte eine fiese steile Welle erzeugt, da der Strom gegenan lief.
Egal, auf dem Weg zum Spiel waren wir richtig gekleidet. Ölzeug. Kann man ja im Pub ausziehen.
Für Schland siehts schlecht aus, aber trotzdem ein frohes 

AHOI
Arne, Martin, Andrea

 Die berühmten Kreidefelsen der Isle of Wight. Ein Marineschiff kommt uns entgegen. Wenig später quellen Wolken über die Klippen.
 Abendstimmung in Cowes an der Trinity Landing. Unse Dinghy ist gerade nicht im Bild, aber ungefähr am Ende des Steges links ...
Die elegante Yacht am Steg ist im nächsten Foto in Aktion zu sehen.
Die klassische Yacht Eleonora E (rechts oben), Iemanja  an der gelben Mooringtonne.
 Das Wetter wurde kurz vor Cowes so gut, dass wie mit dem Halbcabrio unterwegs sein konnten.
Arne und die Kanonen. Im Hintergrund Iemanja, in seiner Linken der neue Bootshaken.
 Einkaufsstraße in Cowes. Maritimes überwiegt.
 Am Round the Island Race nehmen auch Folkeboote teil.
 Ob diese Yacht an der Regatta teilnimmt, ist nicht bekannt. Aber sie darf an den Steg.
Dinghy fahren kann schrecklich sein! Und nass!

Cowes

Durch den Nebel zu den Needles.
Zwei Tage und eine Nacht im Nebel unter Motor. Wenig oder kein Wind, dazu die Tidenstroeme, die uns zwar halfen gut um die Kaps zu kommen, uns aber heute morgen richtig bremsten. Es ist viel Verkehr im Kanal, das Radar lief, wir haetten sonst absolut nichts gesehen, so dick war der Nebel. Arne und Martin beschlossen nach dem Wetterbericht (erst Nebel und kein Wind, dann Starkwind mit Gewittern) einen Abstecher zur Isle of Wight zu machen. Wir mussten schnell sein, damit wir nicht in den Gegenstrom geraten, es gab keinen Wind mehr, aber der Tidenstrom kippte und wunderbarerweise liefen wir wieder 6 kn. So schafften wir es, puenktlich an den Needles und den beruehmten weissen Kreidefelsen zu sein. 6 sm davor konnte man noch nichts erkennen. Dann, wie durch Zauberhand, riss der Nebel auf und die Kueste kam zum Vorschein. Super, hohe weisse Felsen mit Nebelschwaden, die riesige Ansteuerungstonne, der Leuchtturm an den Needles (weisse Felsnadeln), richtig malerisch praesentierte sich alles. Und eine Menge Segler waren da, wie aus dem Nichts.
Wir fuhren weiter unter Motor, etwas Wind kam dazu und der Strom und Arne jubelte, als wir 10 kn auf dem GPS hatten. Um 1700 waren wir in Cowes, dem beruehmten Segelmekka. Der Hafenmeister hatte uns die Mooring-Tonne M1 zugewiesen. Wir mussten entdecken, dass sie direkt neben dem Fahrwasser zum Fluss hinein liegt. Faehren, Schnell-Katamarane und so allerhand andere Boote und Schiffe kommen vorbei. Wir liegen aber dafuer direkt vor den weltberuehmten Yachtclubs.
Nach dem obligatorischen Ankunftsdrink machten wir das Dinghy klar. Der Strom war so stark, dass wir das Gefuehl hatten noch zu fahren! Das Wasser ist krisselig, es gurgelt und blubbert und es gibt eine richtige Heckwelle am Boot. Mit dem Dinghy brausten wir im milden Abendlicht und ebensolchen Temperaturen zur Bruecke Trinity Landing. Dann gings in den Pub, das Spiel Portugal-Spanien gucken.
Wir werden morgen Cowes unsicher machen, Arne will eine Winschkurbel und wir (Martin und ich) muessen ihm mindestens einen Bootshaken kaufen. Beide (!) Bootshaken gingen heute beim Mooring-Fangen ueber Bord ...
Fotos muesste es dann auch morgen geben, wenn ich unserem Fussball-Fachmann waehrend des Spiels den Mac klauen kann.
Viele Gruesse aus dem Solent und
AHOI
Arne, Martin und Andrea

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Dienstag, 26. Juni 2012

50 04 N / 004 16 W

Grau in allen Schattierungen.
Jetzt sind wir wieder auf See. Heute morgen kurz vor 0800 war Arne beim Hafenmeister, den Wetterbericht einholen. Es bestand etwas Hoffnung auf Wind, die Richtung stimmte auch, es regnete nur noch leicht, also los. Hochwasser hatten wir auch - nicht ganz unwichtig.
Wir konnten leider die Kueste fast nicht erkennen, so neblig/diesig/nieselig war es. Mount St. Michael, wir erinnern uns, sah man nur schemenhaft querab an BB als wir in respektvollem Abstand dran vorbeiknatterten. Es gibt auch noch einige Felsen, denen man nicht zu nahe kommen sollte.
In suedoestlicher Richtung fuhren wir aus der Bucht, rundeten Lizard Point, die Stroemung war mit uns, und gingen dann auf unseren Kurs (76 grad), den wir hoffentlich bis Brighton nicht mehr gross veraendern muessen. Man sah fast nichts von der Kueste, sehr schade. Selbst wenn wir Fotos posten koennten, wie haetten keine, nur graue Suppe, dunkle Felsen und weisse Schaumkronen. Spaeter, inzwischen war es heller geworden und man konnte die Sonne blass auf den Wellen glitzern sehen, blaetterte ich durch das Wochenend-Magazin des "Observer" und sah bei einer Story ueber Cornwall das Foto von Lizard Point im schoensten Sonnenschein! Also so haette es aussehen koennen - wenigstens hatten wir das Foto.
Es ist recht voll hier, Schiffe allerorten. Wir haben das Radar eingeschaltet wegen des immer wiederkehrenden Nebels. Viele Fischer, aber auch groessere Kaliber kreuzen, kommen von achtern (hinten) oder fahren auf uns zu. Bis jetxt laeuft aber alles gut. Der Kanal fordert jedoch seinen Tribut. Skipper gab Befehl: Schlafen, auch nur fuer 20 Minuten, ist auf der Wache nicht mehr erlaubt!
Dazu kommt noch, dass es recht kalt ist. Der Nebel kriecht in alle Ecken. Der Wind kommt aus SW mit 5 - 10 kn, reicht aber nicht zum Segeln. Er hilft uns aber beim Vorankommen, Herr Lehmann muss sich also nicht so anstrengen und wir laufen fast immer 5 - 6 kn. In den kommenden Stunden wird die Tide wieder wechseln und der Strom wird uns ums naechste Kap (Start Point)helfen.

Viele Gruesse und ein waermendes
AHOI
A+M+A

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Montag, 25. Juni 2012

St. Michaels Mount

Nass und nass bleibt nass.
Unser Fussballabend gesterm war unterhaltsam,wie das Spiel fuer die Englaender ausging, ist bekannt. Grosses Gebruell waehrend des Elfmeterschiessens, danach war Ruhe. Wir wussten, dass in einem Club in der Stadt eine Ska Band spielt und gingen noch hin. Es war richtig voll, heiss, tierisch laut, aber lustig und wir tanzten wie die Wilden. Als die Band dann Schluss machte, waren wir durch den ganzen Krach auch recht ermattet und schlenderten zum Boot zurueck.
Heute morgen gab es nicht nur Regen, sondern alle Nachbarn waren weg. Morgen soll es evtl bei uns losgehen. Deshalb gings nach dem Fruehstuck zu Lidl, einkaufen. .\
Wir brachten den Einkauf ins Boot und da die beiden Herren ins Internet wollten, gings wieder in die Stadt, Die ganzen Festivitaeten sind vorbei, ein normaler Montag mit Regen in Suedengland. und man weiss warum der Afternoon Tea erfunden wurde.
Viel zu spaet machten wir uns doch noch auf in den naechsten Ort, Marazion. Ein kleiner alter Ort, die Attraktion ist der Mount St. Michael, der vom Dorf aus zu Fuss bei Ebbe zu erreichen ist. Aehnlich dem Mont St Michel in Frankreich mit einem Schloss auf den Felsen und .hier einem subtropischen Garten, Beides geschlossen, wir wollten aber wenigstens einmal drueben gewesen sein. Man geht ueber eine Art gepflasterten Weg, nicht weit, dauert ungefaher 15 min. Als wir hinuebergingen, leckte schon das Wasser an den Steinen. Wir konnten also keine 10 Minuten mehr bleiben, der "Majordomus" schickte uns gleich wieder weg, es ginge kein Boot mehr heute und er wollte sichergehen, dass wir trocken wieder zum Festland kommen. Kurz paar Fotos, es nieselte sowieso, dann ging es wieder zurueck.
Bald wurde nmeine Schuhe nass, Martins auch, wir mussten sie ausziehen und gingen barfuss weiter, der einzige Coole war Arne, der seine Gummistiefel trug.
Der Regen wurde immer staerker und nach Fish und Chips im oertlichen Laden ging es zu Fuss zurueck nach Penzance. Jetzt wurden wir richtig nass, also war es irgendwann auch egal ...
Nachher soll es an Bord noch Gluehwein geben.
Morgen werden wir wahrscheinlich lossegeln in Richtung Brighton. Wenn nicht der Dauerregen anhaelt und SE Wind herrscht.

Dreifaches nasses AHOI
A+M+A

Arne trägt seine Gummistiefel und freut sich schon aufs Hochwasser.
Im Hintergrund Mount St. Michael.

Sonntag, 24. Juni 2012

Golympix


Stahl, Stein und Holz.
Der heutige Tag war beherrscht von den Golympix, das hiesige Golowan Festival stand unter dem Zeichen der Olympischen Spiele und natürlich gab es auch sportliche Wettbewerbe hier.
Aber ich fange am Morgen an. Die Franzosen wollten ablegen, wir mussten also alle weg, weil hinter uns ein dicker Fischkutter liegt und vorne auch alles voll ist. Alle legten ab, im Regen. Wir fuhren Kreise im Hafenbecken bis die Franzosen weg waren, dann steuerte Arne auf den Liegeplatz zu. Wir sollten als erste Yacht am Kai liegen, die Iren wollen morgen los.  Es ist sehr eng und wir waren gerade am Fischkutter vorbei, als ein hässliches kratzendes Geräusch zu hören war. Der Windgenerator streifte am Bug des Fischkutters! Der Fischkutter ist oben ordentlich breit, das war nicht berechnet worden. Es ging zwar alles klar, aber Arne war kurz abgelenkt und das Boot fuhr nun gaaaanz langsam weiter und schrammte dann mit dem Anker an die Kaimauer. Noch ein hässlliches Geräusch, aber nichts passiert.
Arne: es gibt Leute, die ein Stück der Berliner Mauer haben, wir haben jetzt eines von Penzance ...
Nach ausgedehntem Sonntagsfrühstück holte uns das Festival aus dem Boot. Die golympischen Wettbewerbe waren schon in vollem Gange, wir kamen aber aus der Budenstadt gleich hinterm Hafen erst mal nicht heraus. Es gab allerhand zu kaufen, eine super Band spielte gleich in der Nähe und ich wanderte dann noch etwas durch die Strassen.
Nach einem Spaziergang kam ich genau rechtzeitig zum Breakdance-Wettbewerb und zum Handtaschen-Weitwurf. Es war sehr kurzweilig, zwischendurch hatte ich Kaffee und sehr leckere Scones mit Jelly und Cream, dann gab es die Siegerehrung. Flaggen wurden gehisst und die Sieger bekamen von seiner Heiligkeit dem Golailama grosse Holzmedaillen überreicht.
Wieder zurück beim Boot, kam der Befehl vom Skipper: Ihr dürft das Geschaukel nicht vergessen, deshalb eine Runde Walzerbahn! Es geht rund in kleinen Gondeln, die sich durch Gewichtsverlagerung der Insassen noch selbst drehen lassen. Klingt lahm, ist es aber nicht.
Einmal reicht aber, meine Nackenmuskeln machten zwischendurch fast schlapp! Um 1800 wurde der Rummel langsam abgebaut. Das Wetter war schön geworden, der starke Wind hat sich weitgehend gelegt.
Jetzt ist Fussi angesagt, wer gegen wen spielt ist, glaube ich, bekannt.
Einen ganz besonderen Glückwunsch dem Kind!!!! Habe leider technische Probleme mit dem Mobiltelefon, deshalb auf diesem Wege.

Dicker Kuss!!!!
AHOI
A+M+A

 Eine super Rockband! Es gibt auch ein Video, aber das seht ihr dann erst später ...
 Die Brücke in Penzance am Hafen bei Ebbe. Im Vordergrund ist die Einfahrt zum Trockendock.
 Ein Teilnehmer des Piratenwettbewerbs. Zwei Piraten wurde jeweils ein Bein hochgebunden und sie mussten so ein Wettrennen abliefern.
 Der Handtaschen-Ziel-Weitwurf! Es galt, die Handtaschen möglichst genau in die Mitte der olympischen Ringe zu werfen. Im Hintergrund sieht man die Seepromenade, sehr nett.
Die Siegerehrung. Seine Heiligkeit der Golailama überreicht die Medaillen und segnet die Teilnehmer.
 Hier eine weitere super Band. Sie spielte Funky Music an der Promenade. Ob die Sängerin Paula heisst, ist nicht bekannt.
Am Slipway von St. Ives. So sieht es aus, wenn ich mich umdrehe. Meistens. Was dabei rauskommt, ist auf jeden Fall unterschiedlich. 

Samstag, 23. Juni 2012

St.Ives

Touristen, Tate und Trubel.
Gestern morgen schien die Sonne und nichts stand unserem Ausflug nach St.Ives im Wege. Der Wetterbericht versprach immerhin wechselnde Bewölkung und etwas Sonne bei viel Wind.
Wir fuhren mit dem direkten Zug 0855.
Sehr angenehm, schöne Ausblicke, die Fahrt dauert gerade mal 22 Minuten.
In St. Ives angekommen, staunte ich nicht schlecht. Sonne, der Strand unterhalb des Bahnhofs bevölkert. Wir schlenderten an der Küste entlang bis in den Ort. Eine echte Touristenstadt. Appartments, Hotels, Souvenir-Shops. Aber auch die Aussenstelle der Tate und das Atelier der Bildhauerin Barbara Hepworth. Sie ist eine Zeit- und Werkgenossin von Henry Moore. Viel weniger bekannt, genauso genial.
Zuerst waren wir in der Tate Gallery, gelegen oberhalb des Weststrandes. Wind wehte, Surf war gut, die Wellenreiter waren also draussen.
Nachdem wir die Ausstellung über Alex Katz betrachtet hatten, schönen Kaffee und Scones im Tate Cafe mit wunderbarer Aussicht genossen hatten, gings weiter zur Kapelle oben auf der Klippe über dem Meer. Hier hat man das Land's End-Gefühl, obwohl man nicht dort ist. Das Original ist einige km südlicher an der Küste lang.
Durch die engen Gassen der Stadt ging es zum Hepworth-Atelier. Zum Mueum  geworden, seit die Dame am 20. Mai 1975 bei einem Schwelbrand in ihrem Haus starb.  Im ehemaligen Wohnzimmer und Garten stehen ihre Werke, das Atelier sieht aus, als hätte sie eben bei der Arbeit pausiert.
Zwischen all diesen Aktivitäten gabs natürlich Eis, Cornish Bakery und einige Getränke.
Zurück nach Penzance per Zug, in St. Erth umsteigen. Um 1830 waren wir wieder am Boot.
Hier findet das jährliche Mittsommer-Festival "Golowan" statt. Kirmes gleich hinterm Hafen, gestern abend um 2315 gabs das große Feuerwerk.
Heute sind die Umzüge in der Stadt, es herrscht Ausnahmezustand, alles voller Menschen, eine super Stimmung, die Yachten über die Toppen geflaggt. Arne wurde gebeten, doch auch zu flaggen, jetzt wehen die stolze Flaggenreihe aller besuchten Länder über Iemanja.

 Die Küste bei St. Ives. Die Blüten sind Strandgrasnelken, die es auch an der Ostsee gibt, allerdings weniger üppig.
 Blick von der Kapelle auf St. Ives und die Küste. Man blickt in Richtung SW.
 Durch die Gassen von St. Ives.
Der Garten der Bildhauerin Barbara Hepworth mit ihren Skulpturen und dem kleinen Garten-Schlafhaus.
 Blick auf St. Ives aus der anderen Richtung. Man blickt jetzt nach NW auf den Hafen.
Alle haben über die Toppen geflaggt. Festliches Ambiente in unserem Dry Dock in Penzance.

Donnerstag, 21. Juni 2012

Penzance!

Schon wieder Live Music ...
Wir sind in Penzance angekommen, jetzt richtig. Heute morgen um 0600 war die kurze Erholungsphase vorbei  (wir hatten ja noch Bier im Cockpit an der Mooring bis 0230) und es ging ab in das Wetdock. Der Hafen ist quasi eingedockt, der Wasserspiegel wird auf konstantem Niveau gehalten. Der Hafenmeister wies uns einen Platz längsseits einer französischen Yacht an. Da wir kurz vor 0700 da anlegten, war es ein recht ruppiges Erwachen für den Eigner. Es sind 3 Franzosen auf dem Weg nach Schottland mit einer Dufour 42.
Anlegen klappte super und während wir alles aufräumten, hörten wir über UKW einen neuen Segler sich anmelden im Hafen und den Liegeplatz längsseits bei uns angewiesen bekommen. Also blieben wir auf Warteposition. Es kam ein netter älterer Herr,  der komplett ohne Wind von den Scilly Islands herübergekommen war.
Arne war noch den Franzosen behilflich, sie hatten eine Leine in der Schraube und brauchten einen Wetsuit zum Tauchen.
Arne hatte noch eine kleine Reparatur an Herrn Lehmanns Anlasser zu tätigen, ging alles recht flott und als ich den Müll rausbrachte (es regnet übrigens Bindfäden) wurden wir von den Franzosen für "Midi" auf einen Drink eingeladen.
Es war ja nicht weit, einfach über die Reling rübersteigen und was wir sahen war dies:
Getoastetes Brot, Flaschen, Gläser, Schinken, Salami, und eine Gänsestopfleber wurde uns noch angeboten, alles mit einem wundervollen Dessertwein!
Wir unterhielten uns blendend in einer Mischung aus Englisch und Französisch, nach dem Weisswein kam der Rotwein und der Ziegenkäse, der in SW Frankreich, wo die Gastgeber her kommen, gerne mit Marmelade gegessen wird.
Danach war es Zeit für ? Genau, den Cognac!
Dann gabs noch Espresso und als wir gerade das Gefühl hatten, es ginge nicht mehr, wurde der andere Nachbar, der gerade übers Boot stieg,  auch noch eingeladen! Er wusste nicht wie ihm geschah, als er Platz genommen hatte und alles quasi in Zeitraffer vor ihm aufgebaut wurde!
Er ist auch ein sehr lustiger, etwas kauziger Brite, super!
Die drei Franzosen sind auch sehr spezielle, äusserst kultivierte Herren.
Irgendwann war dann Schluss, den restlichen Nachmittag waren wir im Regen unterwegs, die Stadt ist sehr hübsch! Vielleicht gelingen mir ja in den nächsten Tagen noch ein paar Fotos, wenn es gerade mal NICHT regnet ...
Fussi ist  natürlich nicht vergessen und als kleine (angekündigte) Überraschung gibts jetzt das Atlantic Soccer Foto!

AHOI
Arne, Martin und Andrea

49 42 N / 006 00 W

Schwaerme und Stroeme.
Der englische Kanal empfaengt uns mit ENE Wind und Regengrau.
Die Nacht war wieder eine ganz besondere: die Leuchtorganismen waren wieder da und diesmal gab es ein neues Feature. Es muessen Schwaerme von Fischen unterwegs sein, wir haben massenhaft Leuchtspuren um unser Boot, als wir unter Motor durchs ruhige Wasser fahren. Wie Mini-Torpedos flitzen die Fische in alle Richtungen, manchmmal sieht man Schwaerme, ein leuchtendes Gewusel. Unglaublich! Kein Wunder wird hier so viel gefischt.Der Morgen ist hell-bewoelkt, immer noch kein oder wenig Wind, Lehmann rattert bis 0900 ohne Murren die Stunden durch.
Arne hat schon die Strom- und Tidenaufgaben gemacht und die genauen Uhrzeiten in den Tidal Atlas eingetragen. Der Tidal Atlas besteht unter anderem aus Kartenblaettern, eine Seite pro Stunde, bezogen auf das Hochwasser (hier Cherbourg) eines bestimmten Ortes. Das erste Kartenblatt zeigt die Stromsituation -6 Stunden vor Hochwasser, dann seitenweise absteigend bis zum Hochwasssr, dann seitenweise aufsteigend bis +6 Stunden nach Hochwasser. Die Uhrzeit des Hochwassers ergibt sich aus Tabellen, die jedes Jahr neu herausgegeben werden. Nun traegt man die entsprechenden Uhrzeiten (Datum beachten) in die entsprechenden Seiten ein. Man sieht also genau, welchen Tidenstrom man wo hat und kann entsprechend planen. Dies taten wir heute vormittag. Es macht Spass, diverse Moeglichkeiten durchzuspielen, und wir waren mit unserer Taktik bis jetzt recht erfolgreich, bringt uns der Strom doch wunderbar in Richtung Ziel.
Schwaerme von Schiffen gibt es hier am westlichen Eingang zum Kanal und wir mittendrin. Mordwestlich von uns sind die Scilly Islands nicht mehr zu sehen, jetzt kommen langsam die Lichter der Kueste aus dem Dunkelgrau. Trotz Stromkarten ist der Kartenplotter mit AIS unsere wichtigste Hilfe.
Passend zu den vorgenannten Schwaermen liessen sich zunehmdend Fliegen auf unserem Boot nieder! Wind und Regen vertrieben die Biester langsam wieder.
Die Nacht wird wohl fuer uns alle aufregend bleiben. Wir werden den Hafen in ca 3 Stunden erreichen. Da wird keine Schleuse fuer uns geoeffnet werden und so muessen wir an eine Mooring gehen.
Schade dass wir keine klare Nacht haben, die Kueste waere bestimmt ein huebscher Anblick. Aber wir sind schon froh, wenn die angekuendigten Windboen und Gewitter noch auf sich warten lassen.
Angesagt sind auf West drehender Wind mit Gewitterschauern und zunehmend bis 7 Bf (35 kn) und Boen.

Ach ja: Arnes Gedicht war ein voller Erfolg! Da die Funkrunde mehrheitlich aus hollaendischen Yachten besteht (ein Schwede und wir sind die Ausnahmen), ein gutes Zeichen.

Nach(t)rag!
es ist 0230, wir liegen sicher an einer Besucher-Mooring vor der Mole von Penzance, Suedengland. Unsere letzten sm lief es wie auf Schienen, schoener Wind, der Regen nur leicht, wir fanden die Moorings direkt vor der Molenmauer bei Niedrigwasser. Martin und ich waren das Team auf dem Vorschiff, Arne hatte den Scheinwerfer in der Hand und steuerte perfekt. Jetzt gehen wir sur Ruhe (wir tranken jeder noch zwei Bierchen) und morgen um 0600 geht es endgueltig in den Hafen.

Viele Gruesse aus Penzance und dreifaches
AHOI
Arne, Martin und Andrea

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Dienstag, 19. Juni 2012

49 06 N / 08 07 W

Freaky Fans auf dem Festlandssockel.
Wir sind auf den letzten Meilen, die Wassertiefe ist deutlich geringer, um die 150 m. Davor konnten wir von 3000 bis 6000 m unterm Kiel ausgehen.
Der Atlantik hat jetzt ein schoenes Tuerkisblau, die Leuchtalgen waren letzte Nacht fast verschwunden - schade ...
Inzwischen wird es belebter, Fischer sind unterwegs, im flacheren Wasser und an den Abhaengen des Festlandssockels gibt es mehr Fische. Fischer haben immer Vorfahrt, was bisweilen stressig werden kann. Sie aendern oft den Kurs, unvorhersehbar, und es wird ja allerlei ausgebracht: Langleinen, Schleppnetze. Da will man sowieso nicht in die Naehe kommen.
Der Tag war sehr sonnig und erstaunlich warm, von 0300 an bis mittags wurde motort, dann gabs schoenen Segelwind.
Die Funkrunde diskutiert besorgt das ankommende Tief. Alle muessen sich auf starken Westwind direkt vor dem Englischen Kanal einstellen. Doch es gibt auch euphorische Stimmen. Verwundert hoerten wir Daniel den Skipper von "Luna", etwas rezitieren was sich als eigene Dichtkunst entpuppte. In seinem Poem beschrieb er seine bevorstehende Fahrt durch die Irische See, zu den Shetlands und durch den Kaledonischen Kanal in Schottland. Dann gehts nach Norwegen, seine Weltumsegelung ist dann beendet. Er ist Schwede, arbeitet aber als Taucher in Norwegen. Grosser Applaus von der ganzen Runde!
Heute nachmittag setzte sich Arne hin und verkuendete, er schreibe nun auch ein Gedicht. Einige Verse sollen den Netzmoderator Henk preisen, aber auch die Fussball-Malaise der Hollaender soll Eingang finden ins Gedicht. Morgen zur Funkrunde (es wird unsere letzte sein) wird er es vorlesen ... da sind wir aber gespannt!
So, und dann musste ja das Fan-Foto noch gemacht werden. Wir kostuemierten uns aufs Schaerfste, ich trug nur die Portugal-Flagge und den "Forza Portugal" Schal aus der Knabbermischung, die Herren hatten sich mit Deutschland-Flaggen geschmueckt. Alle aufs Vorschiff und im kalten Wind die blossen Glieder gestreckt!
Die Fotos gibt es, sowie wir ein Netz haben in Suedengland.
Das wird hoffentlich morgen nachmittag der Fall sein. Die Fordwerke, vertreten durch Herrn Lehmann, bringen uns auf 5,5 kn, unterstuetzt durch eine leichte SE Brise. So geht es nun in die Nacht.

Viele Gruesse und
AHOI
Arne, Martin und Andrea

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Montag, 18. Juni 2012

48 04 N / 10 49 W

Dreimal Delphine und einmal Coastguard.
Wir kommen gut voran, die Nacht war eine der Aussergewoehnlichsten bisher. Nicht nur das Leuchten im Meer, welches wir nicht muede werden zu beobachten. Als Bonus kamen zweimal Delphine zu uns, sie schiessen wie beleuchtete Torpedos um unser Boot, schlagen Haken unter Wasser und ihre Leuchtspur hat etwas Unwirkliches, fast Telespiel-artiges. So wie die ganze Szenerie etwas von Falschfarben-Fotografie hat. Mit der ersten Daemmerung verschwindet das Schauspiel. Martin war aufgetanden, ich wollte noch nicht schlafen, wir sassen also im Cockpit und warteten auf den Sonnenaufgang. Da sprang direkt neben dem Boot an StB ein Delphin aus dem Wasser. Ich ging sofort zum Bug und da waren sie wieder, 6 Delphine spielten um den Bug. Das Wasser war noch dunkel, so konnte man ihre Leuchtspuren sogar noch sehen - welch schoener Morgen!
Bordfotograf Martin wollte die schoene Sonnenaufgangsstimmung einfangen und war auch auf dem Vorschiff. Da bekamen er und vor allem seine Kamera eine Salzwasserdusche. Jetzt musste es schnell gehen, die Rettungsaktion fuer die Kamera bestand aus Suesswasser, Kuechenrolle, Zeitungspapier und dem Anheizen des Backofens, wo sie vorsichtig getrocknet wurde. Am Ende wurde sie noch auf Reis in eine Tupperschuessel gebettet. Bis jetzt funktioniert sie noch ...
Der heutige Tag brachte Sonnenschein, anhaltend schoenen Wind mit 12-18 kn und einen ganz besonderen Besuch. Arne und ich sassen im Cockpit und diskutierten die Beilagen zum Kaffee, als Motorengeraeusch uns aufhorchen liess. Ein Flugzeug, nein, ein riesiger Militaer-Hubschrauber kam im Tiefflug aus Westen herangeflogen! Er drehte eine Runde um unser Boot, Arne griff zum Funkgeraet, da sich die Besatzungen normalerweise melden, wie er wusste. Er wird oft nach dem Woher und Wohin gefragt, diesmal hoerte er aber nichts. Man konnte auch keine Hoheitszeichen erkennen, wir wissen also nicht, wessen Coastguard das war.
Wir rechnen damit, in 2 Tagen an der Englischen Kueste zu sein. Hoffen wir, dass das ankommende Tief uns nicht zu sehr ewischt.
Um 2000 ging der Wind auf unter 10 kn zurueck und Herr Lehmann muss ihn seither unterstuetzen. Die Backstube ist auch wieder eroeffnet - Martin entdeackte Roggenschrot an Bord und waehrend er Sauerteig ansetzt, zaubert er noch einen Auflauf aus Suesskartoffel und Gemuese.
Wir sind also wieder mal auf Gourmet-Kreuzfahrt ...

Ein dreifaches
AHOI
Arne, Martin und Andrea

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Sonntag, 17. Juni 2012

46 47 N / 13 37 W

Warmduscher im Fussballfieber.
Wieder eine Nacht im Wunder-Neon-Land. Nach einem leckeren Mahl mit Thunfisch und Nudeln mit scharfer Tomatensauce ging es - leider mit Regen - in die Nacht. Trotz der nass-kuehlen Witterung leuchtete das Meer wie nie zuvor. Wir hatten recht wenig Wind und als ich meine Wache antrat, hatte der Seegang nachgelassen, es gab jedoch immer noch weisse Schaumkronen, die wieder unwirklich leuchteten. Nicht nur unser Kielwasser war hell, unter dema Boot leuchtete das Wasser so stark, dass ich das Gefuehl hatte, jemand haette eine Lampe angeschaltet. Das Boot schwebt quasi auf einem Kissen aus neon-gluehendem Wasser. Ich konnte nicht aufhoeren zu gucken, halb aus dem Cockpit haengend. Der Wind verliess uns vollends kurz vor 0300 und Arnes erste Tat zu Wachbeginn war, den Motor zu starten. Wir liessen die ausgebaumte Fock stehen, sie konnte uns noch etwas ziehen, aber den Grossbaum holten wir mittschiffs.
So knatterten wir weiter. Ich schlief im Salon, nicht nur des Laerms wegen, sondern weil in meiner Kammer echter Diesel-Motorengeruch herrschte. Problem inzwischen behoben, eine Dichtung hatte aufgegeben.
Der Morgen war klar und sonnig, ich hatte bis 0900 geschlafen und kurz danach konnten wir uns an Arnes Sonntagsfruehstueck (Ruehrei mit Paprika)laben. Nach dem Fruehstueck wurden Nummern gezogen, wir wollten alle duschen! Unser Brauchwasser wird durch den Motor erhitzt und wir hatten also genug heisses Wasser. Nach Arne kam Martin und dann ich. Endlich Haare waschen. Durch die kuehle Witterung fallen unsere Eimerduschen ja aus. Waehrend meiner Koerperpflege wurde der Motor gestoppt und wieder gesegelt, Wind war wieder stark genug. Seitdem segeln wir im Schmetterling ueber eine recht ruhige See. Sehr angenehm. Wir hatten eine schoene Zeit in unserem Wintergarten mit Musik, Keksen, Kaffee und Schokolade. Ein kleiner Fotoworkshop mit Martin, etwas Lesen und schon war es wieder Zeit fuer unseren Abendfisch. Diesmal gab es, von mir zubereitet, die restlichen Nudeln mit Zucchini und Paprika in Oel erwaermt, dazu unsere Fischzubereitungen der letzten Tage. Ausnehmend lecker. Die gute Restekueche.
Die Fussballwette kann nicht eindeutig abgeschlossn werden, da uns noch die Informationen ueber einige Spiele fehlen. Wir sind nicht die einzigen, Blauer Pinguin, ein hollaendische Yacht,teilte in der Funkrunde mit, dass sie alle moeglichen Sender ausprobiert haetten und nun zwar alles ueber das iranische Atomprogramm wuessten, aber keinerlei neue EM-Ergebnisse erhascht hatten ...
Ich hatte das Ergebnis von 4:0 fuer das Spiel Spanien-Irland richtig und nahm wieder erfreut 2 Euro ein. Jetzt feiern wir das 2:1 ueber Holland, die BBC hatte ein Einsehen ...
Hier herrscht auf jeden Fall Hochstimmung. Da wir nur eine Holland-Gastflagge an Bord haben, wurde Martin das Verbrennen derselben verboten. Aber wir werden uns morgen fuer ein Fan-Extrem-Foto stylen. Die Herren werden sich aus mehr oder weniger ausgebleichten Adenauern (Deutschlandflaggen) einen schicken Lendenschurz basteln und ich darf unsere beiden Portugal-Gastflaggen sowie den Forza Portugal-Schal (aus dem Supermarkt als Gimmick in einer Knabberkombi) einen Mikro-Bikini zaubern!
Das wird spannend und wir ueberlegen noch einen Trick, wie wir dieses Foto ueber den Radio-Link auf die Blogs kriegen ...
Jetzt ist auch dieser Tag wieder rum, unser neuer Ansteuerungspunkt liegt kurz vor den Scilly Islands vor der SW Kueste Englands. Es sind noch 336 sm und wir wollen spaetestens am 21. Juni irgendwo dort vor einem TV sitzen. Das schaffen wir!
Viele Gruesse und
AHOI
Arne, Martin und Andrea

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Samstag, 16. Juni 2012

45 49 N / 15 31 W

Kulinarische Higlights im Neonmeer.
Die letzte Nacht war eine von der ganz besonderen Sorte. Aber zuerst muss ich das Ergebnis der koechelnden Kombination im Backofen mitteilen. Wir hatten ja die Thunfischfilets auf einem Mangoldbett in Kokosmilch mit Tomatenauflage im Backofen gegart. Mit dem Reis von gestern, der nicht mal aufgewaermt werden musste, gab es ein ueberaus leckeres Mahl. Martin hatte kurz eine harte Zeit, die heisse Form bei Seegang aus dem Backofen zu kriegen, die Kokosmilch war noch recht fluessig und wo stellt man es ab? Alles ging glimpflich aus (die Steckdosen wurden diesmal nicht getroffen) und bald sassen wir am Tisch im Salon und waren begeistert. Das Fleisch war ganz weiss und zart, eine feine Kruste oben, die Tomaten waren noch saftig, die Kokosmilch und der Mangold passten aufs Beste zusammen und alles war gekonnt gewuerzt (Arne hatte gekocht.
Wir assen alle zuviel. Und es war immer noch Fisch uebrig. Heute abend muss unbedingt die letzte Portion Yuna gegessen werden, wir wollen ja nichts wegwerfen.
Dann fielen Arne und ich in die Kojen und Martin bewegte sich mit seiner Zigarette ins Cockpit, es war auch schon 2230 und ich wusste, um 2400 ist meine Ruhe vorbei.
Als ich dann meine Wache antrat, glaubte ich immer noch zu traeumen. Die Nacht war hell, aber es war natuerlich keine Daemmerung mehr. Die Sterne leuchteten, die Milchstrasse war ein nebelartiges Band quer ueber uns und - das Beste - die Wellenkaemme, schaumig, leuchteten neon-artig in blaeulichem Weiss! So grell, dass sie das Boot von unten richtig beleuchteten, wenn eine Welle am Rumpf entlang brach. Es war so hell wie der Plotter-Bildschirm - bis zum Horizont ersreckten sich diese weissen Kaemme, man konnte sehr weit sehen. Und manchmal bekam ich einen Schrecken, weil ich ein Licht zu sehen glaubte, es waren aber weit entfernte Wellen. Super - wir fragten uns, welche Drogen wir unbewusst genommen hatten ... Auch unser Kielwasser war wieder eine leuchtende Spur, mindestens 30 m lang. All das, waren Martin und ich uns einig, ist unbezahlbar!
Es war recht viel Wind, zwischen 24 und 30 kn und wir waren superschnell. Dauerhaft 7 - 8 kn ueber Grund! Unsere Etmale der letzten beiden Tage ergaben eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 6 und 6,2 kn.
Der heutige Tag begann wieder sonnig, der Wind hielt an und im Tagesverlauf wurde die Bewoelkung dichter, wir hatten auch einige Schauer. Der Wind ist kalt und sogar in unserem Wintergarten muessen wir uns warm anziehen, wenn die Sonne nicht scheint.
Heute war uebrigens noch Bergfest!
Wir haben die Haelfte der Strecke bis zur SW-Ecke von Grossbritannien geschafft. Die Feier fand am Nachmittag statt, es gab zum Kaffee kleine Waffelfoermchen (im Bestand aus Mauritius, die wir mit Mousse au Chocolat gefuellt hatten. Arne hatte der Mousse einen Schluck Whisky zugesetzt ...
Gerade wird die dritte und letzte Portion Fisch in mediterraner Geschmacksrichtung vorbereitet.
Draussen gibt es riesige Wolkenberge, die Abendsonne leuchtet durch und der Bordfotograf hat auf dem Achterdeck Sonnenuntergangswache ;-)

Viele Gruesse, einen schoenen Sonntag und
AHOI
Arne, Matin und Andrea

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Freitag, 15. Juni 2012

44 04 N / 18 26 W

Fuenfsternetag.
Seit heute nacht um 0200 herrscht super Segelwetter. Martin und ich mussten noch fuerchten, die Schmerzgrenze von 2 kn Geschwindigkeit zu unterschreiten, waehrend meiner Wache stabilisierte sich der Wind und um 0300 zum Wachwechsel hatten wir schon wieder 12 - 15 kn Wind und liefen gute 5 kn.
Sehr schoenes Segeln in der Nacht mit wenig Welle, nur Schwell und das Boot glitt wunderbar weich durchs Wasser, die Mondsichel erschien am Horizont und einige Woelkchen schwebten zwischn den Sternen herum. Dieses schoene Bild nahm ich mit in meine Traeume ...
Heute morgen war es kalt, aber sonnig. Arne: wie in der Ostsee! Mir fiel auf, dass das leuchtende Ultramarinblau des Atlantiks jetzt einem dunklen Petrol gewichen ist. Der Golfstrom?
Das Wetter befluegelte: Ich sass an Deck in der Sonne, Arne wurde vom Putzvirus befallen und nahm sich seine Kammer vor, Martin widmete sich seiner Arbeit. Angeregt durch Arne machte ich auch klar Koje, lueftete meinen Schlafsack und das Kissen und fegte den Boden.
Wir haben immer gute Unterhaltung, heute morgen diskutierten wir, angeregt durch Martins Lektuere (Jospeph Conrad) und fanden Parallelen zwischen Suedsee-Insulanern und Daenen.
Auch wird es langsam eng mit Martins Barem, seine Wettschulden bei Arne wird er wohl in Naturalien bezahlen muessen, wenn Arne weiterhin so gut tippt. Wir sahen ihn schon unsere Faserpelze einfordern. Im Englischen Kanal wird diese Yacht dann dadurch auffallen, dass es einen dick eingemummelten Skipper und zwei halbnackte Crewmitglieder gibt ...
Nach Kaffeestunde mit Keksen und Schokolade brachte DJ Martin uns mit Housemusik aus Camden/London auf Trab. Tanzen bei Seegang macht Spass und schult das Gleichgewicht. Ausserdem brauche ich dringend Bewegung.
Die Herren schlugen jetzt unter Deck eine Pole-Dancing-Verantaltung vor - an der Maststuetze ...

Momentan koechelt eine Thunfisch/Mangold/Kokosmilch Kombination im Backofen und es gruessen hungrig mit wiederum dreifachem
AHOI
Arne, Martin und Andrea

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Donnerstag, 14. Juni 2012

42 34 N / 20 15 W

Super Tuna Nr 7.
Nach einer rumpeligen Nacht mit bis zu 35 kn Wind ist es jetzt bedeutend ruhiger, die Wellen sind allerdings bisweilen noch maechtig. Unser Wind bewegt sich zwischen 12 und 17 kn, wenn er so bleibt, sind wir gluecklich. Die Vorhersagen sprechen uns allerdings weniger Wind zu.
Wir haben ja endlich die Fussi-Ergebnisse dank diverser E-mails. Aber wir mussten richtig betteln. Martin freute sich ganz besonders, was die Hollaender angeht, sogar mitten in der Nacht als Arne und ich um 0300 Wachwechsel hatten, schallte ein "ohne Holland..." aus der vorderen Koje. :-))
Die Funkrunde wird jetzt wieder von Henk moderiert, Arne konnte heute nicht an sich halten und sprach ihn auf das Fussball-Ergebnis an. Henk schien desinteressiert zu sein, wies Arne aber darauf hin, dass sie drei niederlaendische Boote in der Runde seien! Gut dass er nicht sah, wie Martin sich freute ...
Nach einem sonnigen Vormittag wurde es leider immer grauer, am Nachmittag gab es dann leichten Regen. An der grossen Angel hing ein stattlicher Thunfisch, die Sorte mit den langen sichelfoermigen Brustflossen. Ein sehr schoenes grosses Tier. Wir haben jetzt fuer mindestens 3 Tage Fisch. Heute abend gabs gleich Tunaceviche mit Kokosmilch, Paprika und Reis.

Was ist noch passiert?
Ein Becher Apfelsaft nahm die gleiche Route wie mein Muesli gestern, die Ecke am Kuechentresen ist nun richtig sauber - nur die Steckdosen sollten erst mal nicht benutzt werden ...
Arne wird nun in fast jeder erdenklichen Skipper-Lage fotografiert. So ist das, wenn man einen Fotografen/Reisejournalisten an Bord hat.
Es ist merklich kaelter geworden. Das Wasser hat nur noch 18 Grad und unser schoener naechtlicher Leuchtstreifen im Kielwasser ist schwaecher geworden.

Wir hoffen, dass die Nacht ruhig wird und es weniger Regen und mehr Wind gibt als vorhergesagt. Sonst ist alles gut hier und wir rufen ein dreifaches

AHOI

Arne, Martin und Andrea

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